1990-1999 rückkehr des minimalen
Meilensteine
1991 Bank Tubis, Stehsitz Stitz, Messer Picado, Armatur Arco
1992 Gartenmöbelprogram Tennis, Armatur Tara
1993 Lampe Take Five, Waschbeckenprogram Virage
1994 Sessel Xenar, Regalsystem Endless Shelf, Klapptisch Confair
1995 Couchtisch 1224 Adler
1996 Recyclingstuhl Zeitdokumente, Schreibtisch x-act, Tisch Spanto,
Schrank Menos, Hocker Backenzahn
1997 Küche S 20, Lampenschirm Zettel'z
1998 Waschbecken Happy D, Funktinsstuhl Dia, Tisch "8950",
chronologie
1990 Die Bundesrepublik adoptiert die DDR. – Die Firmen Dedon und Zeitraum haben verschiedene Konzepte, aber ein Prinzip: Ein altes Material wird zeitgemäß gestaltet. Während Dedon die Kunstfaser adelt, entstaubt Zeitraum mit etwas anderen Holzmöbeln einen deutschen Mythos. – Der Computer wird mobil. Der Laptop nimmt Form an.
1991 Der Münchner Konstantin Grcic eröffnet in seiner Heimatstadt ein Studio und wird Deutschlands Vorzeigedesigner. Es entwickelt sich eine intensive Zusammenarbeit mit der im Jahr zuvor entstandenen Firma ClassiCon. – Mit der Hightech-Armatur Arco von Phoenix Design und ihrem Retro-Pendant Tara (1992) von Sieger Design wird auch das Badezimmer zum Spielplatz der Stile. Die hier erfolgreichen Hersteller wie Dornbracht, Duravit, Hansgrohe, Keuco und Villeroy & Boch werden immer mehr zu Totalanbietern.
1992 Der Schwabe Nils Holger Moormann und der Bayer Hubert Matthias Sanktjohanser gründen ihre Firmen und nebenbei auch eine andere Wohnethik. Ein Jahrhundert nach der Entstehung der »Raumkunst« sind es wiederum Außenseiter, die eine Alternative zum eitlen bürgerlichen Stil anstreben. – Dass auch ein Garten modernes Mobiliar verdient, wusste schon Karl Friedrich Schinkel. Fischer Möbel nimmt diese Tradition wieder auf.
1993 Carpet Concept webt Ideen in den Teppichboden. – Der Waschtisch Virage von Reiner Moll macht das Waschbecken zu einem Element des Raumes.
1994 Endless Shelf von Werner Aisslinger verbindet Einfachheit und Systematik mit der Idee der Unendlichkeit. Das Regal wird zur Spielwiese für solche urdeutschen Tugenden. Das demonstrieren Entwürfe wie Plattenbau von Kaether & Weise, Freddy von Hertel & Klarhoefer, Mein_Back von Magazin oder Screen von Performa, die in den nächsten Jahren folgen. – Das Bürosystem Confair von Wilkhahn ist mindestens so flexibel wie der moderne Büroarbeiter. – Als die alte AEG vom schwedischen Großkonzern Electrolux geschluckt wird, nennt das noch niemand Globalisierung. – Peter Schreyer wird Chefdesigner bei Audi und verschafft der Marke einen Vorsprung durch Design. – Bald weiß jeder, was eine E-Mail ist.
1996 Auch im Wohndesign sind die 90er Jahre Gründerzeiten. Ein Backenzahn ist der Einstand von e15, dem ersten deutschen Möbelhersteller, der im neuen Designmekka London begann. Er gehört zu jener Gruppe junger Firmen, die sich am Rande der Branche etabliert hat und eine andere Sicht des Wohnens pflegt. Wobei der landestypische Perfektionsanspruch ein gemeinsamer Nenner bleibt. Vielleicht liegen hierin, Einigkeit vorausgesetzt, die Wurzeln für eine dritte deutsche Wohnmoderne. Am Anfang standen Marken wie elmarflötotto, Nils Holger Moormann, Performa, Sanktjohanser und Zeitraum. Weitere interessante Projekte kamen hinzu, darunter Jonas & Jonas, Kaether & Weise, Raumwerk und Leise. - In Hamburg eröffnet das Stilwerk, Deutschlands erstes Designkaufhaus.
1998 Dass selbst in einem klassischen Material wie Glas noch viel gestalterisches Potenzial steckt, belegen schnörkellose Entwürfe wie der clevere Ausziehtisch 8950 von Norbert Beck und die Lampenfamilie Screen von Peter Maly. – Zwei amerikanische Studenten generieren eine unsichtbare »Maschine« namens Google.







