Stuhl 21, Hersteller Spahn

Votteler & Votteler

Möbelsdesign, Freudenstadt / Baden-Württemberg

 

Branchenkennern ist Arno Votteler bestens als eine Autorität bei Büromöbeln bekannt. In den 90er Jahren tat er sich dann mit seinem Sohn zusammen. Votteler sen., Jahrgang 1929, wurde geprägt durch die Kindheit in den „Holzkunstwerkstätten“ des Vaters sowie durch seine Schreinerlehre. Sohn Matthias, Betriebswirt und ebenfalls Designer, bevorzugt dagegen das konstruktive Potenzial des Metalls – Präferenzen, die sich ergänzen. Aufgrund immer engerer Budgets müssen Designer zunehmend auch Aufgaben eines Produzenten, wie etwa das Verhandeln mit Zulieferern, übernehmen, wobei sich hier die Qualifikation des Sohnes als hilfreich erweist. Arno Votteler hatte in den frühen Berufsjahren geistige Mentoren wie seinen Professor Herbert Hirche oder den Firmengründer Walter Knoll, sodass der Junge aus dem Schwarzwald schnell zur polyglotten Persönlichkeit wurde: Der Mitarbeit im Londoner Büro Gutman, folgte 1957 die Leitung des Gutman-Büros in Stuttgart und schließlich Anfang der 60er Jahre die Eröffnung eines eigenen Studios. Später war er u. a. Dozent in Brasilien, den USA, Indien und China. Auch die Palette der Auftraggeber wurde immer vielfältiger. So entstand Ende der 60er Jahre für die Schiffswerft Blohm & Voss nicht nur ein System modular eingerichteter Kabinen, sondern auch eine Rasterarchitektur für das Deckhaus. In dieser Phase gewann Arno Votteler Planmöbel als Kunden, für den er über ein Vierteljahrhundert hinweg Büroserien entwickelte, darunter der Dauerbrenner Concept. Die ähnlich intensive Zusammenarbeit mit Martin Stoll begann Ende der 70er Jahre mit dem Modell S, dem ersten Drehstuhl mit aktiver Beckenstütze. Parallel dazu entstanden für Bisterfeld + Weiss ebenfalls Stuhlserien sowie Wohnmöbel für Hotels und Altenheime. In diese Zeit fällt die Abkehr vom puren Funktionalismus, was sich u.a. in dem noblen Chefzimmer Ponte (1985 für RTR) ausdrückte, einem Möbelsystem nach dem Brückenprinzip. Gleichzeitig leitete Votteler das von ihm gegründete, der Akademie der bildenden Künste in Stuttgart angegliederte Institut für Innenarchitektur und Möbeldesign, auch als „Weißenhof-Institut“ bekannt. Vater und Sohn, die als Votteler & Votteler firmieren, ist das beharrliche Feilen an der Formgebung, gepaart mit einem ausgeprägten Sinn fürs Machbare eigen. Zu ihren neueren Produkten gehören der hochintegrierte Drehstuhl Sputnik und der leichte Kunststoffstuhl Bullauge (beide 2005 für Interstuhl), dessen markante kreisförmige Aussparungen ihm den Namen gaben.