Theodor Bogler
Keramiker, geb. 1897, gest. 1968
Er gilt als einer der Erneuerer der modernen Keramik, bei künstlerischen wie seriellen Entwürfen. Er gehört,wie Herbert Bayer, Marcel Breuer u.a. der um 1900 geborenen Generation an, die in der Reformzeit aufwächst und in deren Jugend der Krieg einbricht. Der Enkel des Wiesbadener Architekten Wilhelm Bogler wird als 17-jähriger direkt nach dem Abitur eingezogen und ist über den Ersten Weltkrieg hinaus Soldat (bis 1919). Danach beginnt er in München ein Architekturstudium, das er bereits nach einem Semester abbricht. Im Oktober 1919 wechselt er ans Bauhaus in Weimar; studiert dort nach dem Vorkurs bei Johannes Itten und nimmt Unterricht bei Lyonel Feininger in der Dornburger Keramikwerkstatt beim Töpfer Max Krehan und bei Gerhardt Marcks. Er gehört neben Marguerite Friedlaender und Otto Lindig zu den ersten Studenten der Keramik, die in der Dornburger Enklave eine kreative Boheme bilden. 1920 studiert er im Sommersemester Architektur an der TH München. Im selben Jahr bekommt er einen Lehrvertrag am Bauhaus. 1922 macht er seine Gesellenprüfung und ist 1923 Organisator der ersten Bauhaus-Ausstellung, auf der Keramik stark vertreten ist. Bogler übernimmt 1924 die kaufmännische Leitung der Keramikwerkstatt. Wie Lindig liefert er innovative Beiträge moderner Keramik und nimmt früh Kontakte zur Industrie auf. Nach der Schließung der Keramikwerkstatt am Bauhaus verlässt er Dornburg. 1925 wird er Leiter der Modell- und Formwerkstatt der Steingutfabrik Velten-Vordamm bei Berlin, für die er bereits 1923 Prototypen entwickelt hatte (bis 1926). Nach dem Selbstmord seiner Frau Ostern 1925 konvertiert er zum Katholizismus und tritt 1927 in die Benediktiner-Abtei Maria Laach ein. Ab 1928 studiert er Philosophie und Theologie und wird 1932 zum Priester geweiht. Bogler ist weiterhin auch als Keramiker tätig und entwirft ab 1934 für die Werkstätten Hedwig Bollhagens (bis 1938), ab 1936 für die Majolika-Manufaktur Karlsruhe (bis 1968) und für verschiedene Betriebe in Höhr-Grenzhausen. Von 1948 bis zu seinemTod leitet er den Kunstverlag Ars liturgica und die Kunstwerkstätten der Abtei.
Quelle: Bernd Polster und Volker Fischer, Bauhaus Design. Die Produkte der neuen Sachlichkeit, Köln 2009

