Musikzimmerstuhl
Deutsche Werkstätten Hellerau

Richard Riemerschmid

Künstler, Architekt und Möbeldesigner, geb. 1868, gest. 1957

»Die Werkstoffe übertreffen an erzieherischen Gaben die

besten Lehrer«, lautete einer seiner Leitsätze. Seine massiven,

zumeist unbehandelten Stühle, bei denen die Maserung des

Holzes häufig voll zur Geltung kam, standen im krassen

Gegensatz zur Repräsentationssucht jener Zeit. Anfangs dienten

ihm die Formen der bäuerlichen Welt als Vorbild. Simple,

klare Konstruktionen, deren Verbindungen nicht kaschiert wurden,

machten Riemerschmids Handschrift aus, sowohl bei den

Einzelstücken als auch später beim preiswerteren, industriell

gefertigten Mobiliar, das als »Maschinenmöbel« in Deutschland

wie auch international einige Beachtung erlangte. Diese für die

in Dresden ansässigen Deutschen Werkstätten entwickelten

Programme gelten manchem als Geburt des modernen Möbeldesigns

und machten Riemerschmid – ähnlich wie Peter Behrens

– zu einem der frühen gefragten Gestalter. Mit seinem

Reformmobiliar erzielte er zeitweise jährliche Traumumsätze

von mehr als einer Million Reichsmark, an denen er prozentual

beteiligt war.

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