Peter Otto Keler

Architekt, geb. 1898, gest. 1982

 

Peter Otto Keler kommt wie Marcel Breuer, Wilhelm Wagenfeld u.a. aus einer Studentengeneration, deren Jugend vom Ersten Weltkrieg zerschnitten wird, und die am Bauhaus zur jungen, konstruktivistischen Opposition gehört. Während des Krieges ist er zunächst Student an der Kieler Fachhochschule für angewandte Malerei (bis 1916) und wird dann zum Militär eingezogen. 1919 setzt er seine Ausbildung an der Kunstgewerbeschule in Kiel fort (bis 1921). Dass er direkt im Anschluss nach Weimarer ans Bauhaus ging, um ein drittes Mal zu studieren, kam zwar damals häufiger vor, ist aber dennoch ungewöhnlich. Nach dem Vorkurs bei Johannes Itten studiert er bei Wassily Kandinsky Wandmalerei und ist 1922 Mitglied der am Bauhaus tätigen oppositionellen kuri-Gruppe, zu der auch Farkás Molnár und Peter Schmidt gehören und die sich wie Theo van Doesburg gegen das expressionistische Künstlertum und für klare Formen aussprechen. Seine Wiege in Grundfarben und -geometrien von 1924 ist ein ebenso exemplarischer Entwure wie sein auf den Kubus reduzierter Sessel ein Jahr später. Ab 1924 war er als Etatgeselle tätig. Er macht den Umzug nach Dessau nicht mit und verlässt das Bauhaus 1925, um in Weimar ein Atelier für Malerei, Innenarchitektur und Grafik zu gründen. Nach ausgedehnten Reisen durch Europa arbeitet er ab 1937 als Architekt und Ausstellungsgestalter in Berlin. 1942 heuert er als Filmarchitekt bei der Filmgesellschaft Tobis an. Nach dem Krieg wird er Professor an der neu gegründeten Hochschule für Baukunst und bildende Künste in Weimar (bis 1963 als Professor) und versucht dort zunächst an die Tradition des Bauhauses anzuknüpfen,was am stalinistischen Regime in der DDR scheitert.

 

Quelle: Bernd Polster und Volker Fischer, Bauhaus Design. Die Produkte der neuen Sachlichkeit, Köln 2009