Martin Ballendat
Produkt- und Möbeldesigner, Simbach am Inn / Bayern
„Design in der Villa“ heißt sein Slogan, der nicht nur auf die angenehme Arbeitsatmosphäre in dem von ihm renovierten Gründerzeithaus hinweisen soll, sondern auch darauf, dass hier alles, was zum modernen Design gehört, unter einem Dach zusammengefasst ist. Das fußnah zur österreichischen Grenze gelegene Studio hat Ballendat zu einem kompletten Entwicklungsbüro ausgebaut, ähnlich wie etwa Reiner Moll oder ITO-Design. Tatsächlich kommen etliche Kunden aus Österreich, aber ebenso aus den USA, Großbritannien und der Schweiz, neben so unterschiedlich ausgerichteten deutschen Herstellern wie Brunner, Dauphin, Hülsta und Interstuhl. Ballendat, der sich als „Problemlöser“ sieht, beschäftigt zehn Mitarbeiter, davon allein drei im Modellbau. Der Industriedesigner, der nach seinem Studium an der Essener Folkwang-Schule über zehn Jahre bei verschiedenen Büromöbelherstellern angestellt war, gehört zu den Aufsteigern der Branche. Ein wesentlicher Grund dafür ist der Rundumservice: von der Ideenskizze über detailgetreue Modelle bis zum Marketing. „Wir kämpfen jeden Entwurf bis ins Letzte durch“, erläutert der Perfektionist. Entscheidend sei natürlich auch der gute Draht zur Geschäftsleitung, die unbedingt eingebunden werden muss. Ein Spezialgebiet sind Bürodrehstühle. Für diese Sitzmaschinen findet er immer neue Finessen, wie bei dem innovativen Teleskoprahmen aus Alu- und Kunststoffteilen des Modells Xenium (für Grahl). Dieser Premium-Stuhl hat eine Rückenlehne mit Netzbespannung, für Ballendat ein benutzerfreundliches Element, das Transparenz und Leichtigkeit bedeutet. Leichtbau ist ein Dauerthema, vom M.O.D.-Stapelstuhl in Hohlbauweise bis zum Büroschranksystem Float mit seinen dünnen, durchsichtigen Polycarbonatplatten (beide für Wiesner Hager). Neben dem technischen Neuigkeitswert ist ihm die originelle Form ebenfalls wichtig, wie bei jenem Loungesessel für WK, bei dem die zierlichen Metallbeine, der runde Sitz und die ausladende Rückenlehne aus Netzgestrick ungewöhnlich proportioniert sind. Entwürfe für das angenehme Leben im Büro und anderswo sind der Sessel Lap (für Rossin), dessen „umgreifende“ Lehne eine praktische Ablagefläche anbietet, sowie der Chefsitz Tempus (für Brunner), bei dem sich visuelle Leichtigkeit mit schwingendem Komfort verbindet.


