Schaumstoffmöbel Foomy, Hersteller Colorflage

Markus Benesch

Möbel- und Produktdesigner, München / Bayern

 

Weiß man nicht, in welche Schublade ein Designer passt, kann bereits dies auf ein innovatives Moment verweisen. Die Entwürfe von Markus Benesch sind irgendwo zwischen Möbeldesign und Tapetengrafik angesiedelt – mit starken Anklängen an die Ära der Pop- und Op-Art. Bei Colorflage, großflächigen Tapeten und Wandpaneel, mit denen Räume gegliedert oder einfach attraktiv gestaltet werden, verändern übergreifende Muster optisch die Proportionen. Mittels dieser Verfremdung – die entfernt an die Küchenserie Picture Line von Alno erinnert, aber auch Parallelen zu Gesamtkunstwerken des Jugendstils aufweist, wie sie etwa Peter Behrens schuf – stellt Benesch die traditionelle Trennung von Raum und Möbel in Frage. Dazu dient ihm die plakative Oberflächenbehandlung von Tischen, Kastenmöbeln, Lampen und Wänden. Bei Foomy, einer Serie von Sitzelementen aus Schaumstoff, handelt es sich dagegen um Einzelmöbel. Die leichten Objekte fallen nicht nur durch ihre Streifen auf, sondern auch durch Vielseitigkeit. Ob eine sechseckige Schraube oder ein Y-förmiger Stuhl, allesamt funktionieren auch als Sitzgelegenheit, wenn man sie auf den Kopf stellt. Dieselbe auf Geometrie gründende Vielseitigkeit besitzt auch der gedrechselte Hocker Sgaboo. Benesch, ein Pendler zwischen München und Mailand, hat Interieurs und Messestände gestaltet und arbeitete für designorientierte Unternehmen wie die Tapetenfirma Rasch und den italienischen Beschichtungsspezialisten Abet Laminati. Für Memphis in Mailand hat er jüngst das umfassende Programm La Casa Di Alice entworfen. Dazu gehören neben Leuchten, Tapeten, Teppichen und passender Bekleidung auch Möbel, wie die drehbare und innen verspiegelte Pfeilerkommode Torre di Alice, die mit einem monumentalen Muster ineinander verwundener Farbstränge oder „tanzenden Punkten“ zu haben ist. Abwechslung bietet die Schrankserie Strip'n'Tease, bei der ein Benutzer unter neun selbstklebenden Mustern wählen kann, die er bei visuellem Überdruss selbst auswechseln kann.