Ausweis von Marianne Brandt

Marianne Brandt

Künstlerin, Produkt- und Leuchtendesignerin, geb. 1893, gest. 1983

Das Leben der so Erfolgreichen verlief keineswegs ohne Brüche. Als die Tochter eines hohen Justizbeamten ans Bauhaus kam, war sie 30 Jahre alt, also spätberufen wie etwa auch Josef Albers. Vorher hatte sie alle ihre bis dahin entstandenen Bilder in einer radikalen Geste vernichtet. Sie hatte in Dresden Kunst studiert und Reisen nach Frankreich und Norwegen hinter sich. Nach ihrem Weggang vom Bauhaus Ende 1929 leitete sie die Entwurfsabteilung einer Metallwarenfabrik in Gotha. Doch schon 1933 kehrte sie unerwartet ins Haus ihrer Eltern nach Chemnitz zurück und lebte dort, nachdem auch ihre Ehe gescheitert war, zurückgezogen als Malerin. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg holte sie Mart Stam als Dozentin an die Dresdner Kunsthochschule. 1952 ging sie nach Ostberlin, jetzt Hauptstadt der DDR, und entwarf im „Institut für industrielle Gestaltung“ Gebrauchsgegenstände wie etwa ein stapelbares Kantinengeschirr, aber auch Schuhe, Taschen und Tapeten. Nach diesem nur dreijährigen Gastspiel kehrte Marianne Brandt, die berühmteste deutsche Designerin, 1954 dem nun parteigelenkten Designbetrieb endgültig den Rücken.

 

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