Aschenbecher mit dreieckiger Öffnung
Aschenbecher mit halbkugelförmiger Öffnung

Marianne Brandt

Künstlerin, Produkt- und Leuchtendesignerin, geb. 1893, gest. 1983

Nicht wenige Männer am Bauhaus waren der festen Überzeugung, die Metallwerkstatt sei nichts für Frauen. Unterstützung fand sie dagegen bei deren Leiter Laszlo Moholy-Nagy. In der kleinen, kreativen Werkstatt traf sie auf andere Talente wie Christian Dell und Wilhelm Wagenfeld. Die Hochbegabte war äußerst produktiv. Fast 70 Produkte entstanden in Weimar und Dessau, darunter Tischgerät wie Sahnegießer, Zuckerschalen, Aschenbecher sowie ihr posthum berühmt gewordenes Tee-Extrakt-Kännchen (heute Alessi). Etwa die Hälfte ihrer Entwürfe sind Leuchten, ein Metier, auf dem sie - neben dem Dänen Poul Henningsen - richtungsweisend wirkte. Ihre Deckenleuchte mit Zugvorrichtung (mit Hans Przyrembel, heute Tecnolumen) wurde zum Vorbild vieler Esszimmerleuchten. Brandt entwarf mobile Wandstrahler auf Schienen, ein Prinzip, das erst ein halbes Jahrhundert später Standard werden sollte. Eine Neuheit waren auch ihre Deckenleuchten mit Reflektoren aus Aluminium - die sie überlackieren musste, um Käufer finden. Als Marianne Brandt selbst Meisterin wurde, machte sie die Metallwerkstatt zur wirtschaftlich erfolgreichsten des Bauhauses. Für den Leuchtenhersteller Kandem entstanden (mit Hin Bredendieck) die Schreibtischleuchte 756 und die Nachttischleuchte 702. Beide Modelle wurden in den 30er Jahren in hohen Stückzahlen produziert, und waren am Bauhaus, neben den Tapeten, die einzigen Massenprodukte. Künstlerisch profilierte sich durch ihre Collagen und Fotografien.

 

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