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S 64 und S 32

Marcel Breuer

Möbeldesigner und Architekt, geb. 1902, gest. 1981

Breuer hat selbst mit einer Serie von Folgeentwürfen

dieses neue Paradigma ausgelotet, darunter Hocker, Klappstühle,

Freischwinger, Tische, Satztische, Schreibtische sowie eine Liege

auf Rädern (heute Tecta). Dass der Experimentator auch auf

anderen Gebieten seiner Zeit voraus war, geriet dabei allerdings

aus dem Blick. So stammen von ihm auch modulare »Anbauschränke

« (Maßeinheit 33 cm), ein System, wie es erst in den

50er Jahren von Hans Gugelot entwickelt wurde. Ferner hat

er sich mit architektonischen Konzepten wie dem »Scheibenhochhaus

« beschäftigt. Als ungarischer Jude hatte Breuer nach

1933 in Deutschland keine Zukunft. Die Emigration führte ihn

über die Schweiz nach London, wo er eine Reihe interessanter

Möbel aus Schichtholz für die Firma Isokon entwarf, seine letzten

Entwürfe in diesem Metier. Der unendliche Streit um Urheberrechte

mag hierbei eine Rolle gespielt haben. Schließlich folgte

Breuer seinem Förderer Walter Gropius in die USA, wo er in

Harvard binnen kurzer Zeit eine Generation von Designstudenten

inspirierte, darunter Philip Johnson, Florence Knoll und Eliot

Noyes. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde er zu

einem der ersten Stararchitekten.


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