Marcel Breuer
Möbeldesigner und Architekt, geb. 1902, gest. 1981
Breuer hat selbst mit einer Serie von Folgeentwürfen
dieses neue Paradigma ausgelotet, darunter Hocker, Klappstühle,
Freischwinger, Tische, Satztische, Schreibtische sowie eine Liege
auf Rädern (heute Tecta). Dass der Experimentator auch auf
anderen Gebieten seiner Zeit voraus war, geriet dabei allerdings
aus dem Blick. So stammen von ihm auch modulare »Anbauschränke
« (Maßeinheit 33 cm), ein System, wie es erst in den
50er Jahren von Hans Gugelot entwickelt wurde. Ferner hat
er sich mit architektonischen Konzepten wie dem »Scheibenhochhaus
« beschäftigt. Als ungarischer Jude hatte Breuer nach
1933 in Deutschland keine Zukunft. Die Emigration führte ihn
über die Schweiz nach London, wo er eine Reihe interessanter
Möbel aus Schichtholz für die Firma Isokon entwarf, seine letzten
Entwürfe in diesem Metier. Der unendliche Streit um Urheberrechte
mag hierbei eine Rolle gespielt haben. Schließlich folgte
Breuer seinem Förderer Walter Gropius in die USA, wo er in
Harvard binnen kurzer Zeit eine Generation von Designstudenten
inspirierte, darunter Philip Johnson, Florence Knoll und Eliot
Noyes. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde er zu
einem der ersten Stararchitekten.




