Marcel Breuer
Clubsessel B3

Marcel Breuer

Möbeldesigner und Architekt, geb. 1902, gest. 1981

Der gebürtige Ungar kam 1920, nur 18 Jahre jung, über ein

kurzes Kunststudium in Wien ans Bauhaus. Dort begann er als

Lehrling in der Tischlerei, deren Leiter er schließlich wurde. Zu

seinen Kollegen gehörten Künstler mit ähnlichem Idealismus,

darunter Josef Albers, Alma Buscher, Erich Dieckmann und

Peter Keler. Ab 1921 entstanden erste eigene Möbelentwürf e ,

wie ein expressionistisch-folkloristischer, sogenannter »Afrikanischer

Stuhl«, Tisch und Stühle für Kinder, ein Toilettentisch und

ein Schrank mit integrierter Vitrine. Ein aus Kuben zusammengesetzter

Ledersessel dieser frühen Zeit wirkt ebenso konstruktivistisch

wie jene Lattenstühle, die unschwer als enge Verwandte

der Arbeiten Gerrit Rietvelds zu erkennen sind. Breuer

sah in seinen späteren Möbeln »Apparate heutigen Lebens«.

Sie sollten praktisch, leicht, zerlegbar, hygienisch und preiswert

sein; eine schroffe Absage an jedes Gemütlichkeitsbedürfnis.

Der Stahlrohrsessel B 3 von 1925 – später Clubsessel oder

Wassily – erfüllte diese Kriterien. Zwar hat er damit nicht wie

erhofft einen alltäglichen Gebrauchsgegenstand geschaffen,

aber einen Möbeltypus, mit dem industrielle Ästhetik im

Wohnzimmer Fuß fasste. B 3 war – wie Jazz und Neon – eine

Chiffre der Moderne, wurde später zum Inbegriff des Designklassikers

und löste weltweit eine Welle der Stahlrohrmöbel aus.

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