Glen Oliver Löw
Möbel- und Produktdesigner, Hamburg
Sofort nachdem der gebürtige Leverkusener sein Studium an der Universität Wuppertal beendet und sein Diplom in Industriedesign in der Tasche hatte, zog es den Rheinländer nach Mailand. Im Mekka des Designs im Allgemeinen und des Möbeldesigns im Speziellen machte er noch einen zweiten Abschluss an der Domus-Akademie, bevor er Assistent von Antonio Citterio wurde. Das war Mitte der 80er Jahre, und nur Eingeweihten war klar, dass Citterio, dessen Partner Löw bald wurde, in den nächsten Jahren einer der meistbeschäftigten Designer sein würde. Bei Citterio & Partners gaben sich große Namen der Branche die Klinke in die Hand, darunter Bieffe, Flos, Iittala, Kartell und Vitra. Auch Löws Bilderbuchkarriere setzte sich fort. Der gebürtige Rheinländer arbeitete für internationale Konzerne wie Hackman aus Finnland und Steelcase aus den USA, für deren Stuhlmodell Think er eine patentierte Sitz-Lehnen-Technik entwickelte. Schließlich feilte er am Erscheinungsbild namhafter Unternehmen: Das Filialkonzept der Commerzbank (1996) und die Inneneinrichtungen der Verkaufsfilialen für die Automobilmarke Smart stammen aus seiner Feder. Im Jahr 2000 wurde er Professor für Industriedesign an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg und gründete dort ein Studio, das für Unternehmen wie Steelcase oder Thonet arbeitet. Zu seinen bekanntesten Entwürfen gehören der praktische Klapptisch Battista, der Bürostuhl T-Chair (1990 für Vitra) und der Containerwagen Mobil (1992 für Kartell), der u. a. den weltweiten Trend zum transluzenten Kunststoff forcierte. Löw steht für dieselbe urbane, leicht unterkühlte neomoderne Richtung wie sein langjähriger Partner. Auch die Auseinandersetzung mit der deutschen Designtradition schreckt ihn nicht. Dies zeigt etwa der Sessel S 60 (2001 für Thonet), eine aktuelle Variation zum großen Thema Freischwinger, die mittlerweile durch die Reihen S 70, S 80 und S 90 fortgeschrieben wurde.


