Gerhard Marcks

Bildhauer, geb. 1889, gest. 1981

 

Gerhard Marcks ist einer der namhaften deutschen Bildhauer der Moderne und gehört am Bauhaus,wie Johannes Itten und Georg Muche, zur „Meistergeneration“ der um 1890 Geborenen, die stark vom Impuls der Avantgarde geprägt sind und für die das Kunsthandwerkliche und noch mehr das Industrielle hinter die Kunst zurücktritt. Nichtsdestoweniger hat er diverse Service und einen Apparat entworfen. Er entstammt einer gutbürgerlichen Familie aus dem Berliner Westen, in der sich Glanz- und Schattenseiten der wilhelminischen Gesellschaft spiegeln. So stürzt die Pleite des väterlichen Betriebes die Familie in finanzielle Nöte. Sein Ziel, Künstler zu werden, steht früh fest und er gründet nach dem Abitur eine Ateliergemeinschaft. 1914 auf der Kölner Werkbundausstellung kommt es zur Zusammenarbeit mit Walter Gropius. Im Ersten Weltkrieg wird er schwer verwundet und ist ein Jahr rekonvaleszent. In der folgenden, von Umbruch geprägten Zeit nimmt er,wie Lyonel Feininger und Gropius, an Aktivitäten des revolutionären Arbeitsrats für Kunst teil. Ende 1918 bekommt er einen Lehrauftrag an der Staatlichen Kunstgewerbeschule Berlin. Er folgt jedoch nach nur einem Jahr dem Ruf von Gropius ans Bauhaus in Weimar. Dort wird er Formmeister der nach Dornburg ausgelagerten Keramikwerkstatt, die sich unter seiner Leitung und dem Töpfer Max Krehan zu einer der innovativen Werkstätten am Bauhaus entwickelt. Zu seinen Studenten gehören Theodor Bogler, Werner Burri, Marguerite Friedlaender und Otto Lindig, die zu Neuerern der Keramik werden. Die von Gropius 1923 vorgegebene „neue Einheit von Kunst und Technik“ missbilligt er. Die von ihm entworfene Kaffeemaschine aus Glas bleibt ein Solitär. Er geht 1925 nicht mit nach Dessau, sondern wird als Lehrer der Bildhauerklasse an die Kunstgewerbeschule Burg Giebichenstein berufen. In dieser Zeit entstehen Tee- und Kaffeekannen in sachlicher Form sowie ein funktionales Tablett. Er unternimmt mehrere Studienreisen nach Italien, Griechenland und Paris. Neben seiner Lehrtätigkeit wird er 1928 stellvertretender Direktor des Hallenser Kulturinstituts. 1933 verliert er beide Stellen und erhält Ausstellungsverbot. 1943 wird sein Atelier bei einem Bombenangriff zerstört. Ab 1950 arbeitet er als freischaffender Künstler in Köln.

 

Quelle: Bernd Polster und Volker Fischer, Bauhaus Design. Die Produkte der neuen Sachlichkeit, Köln 2009