Armlehnstuhl, 1926

Erich Dieckmann

Künstler, Architekt und Möbeldesigner, geb. 1896, gest. 1944

Er entwickelte Typenmöbelprogramme für komplette Wohnungseinrichtungen, unter anderem für die Weimarer Firma Bau- und Wohnungskunst. So findet sich im „Typenmöbel-Katalog“ der Hochschule 1928 auch die Einrichtung eines sachlich gestalteten Kinderzimmers. Seine konstruktiven und dabei unprätentiösen Entwürfe waren durchaus innovativ, wie etwa sein Sessel mit rechtwinkligem Rahmen aus Eiche von 1928, in dem sich bereits die Formsprache der 50er Jahre andeutet. Obwohl Dieckmann nicht selten Qualitätshölzer verwendete, waren die Möbel durch Standardisierung preisgünstig. Als es 1930 erstmals in Thüringen zur Regierungsbeteiligung der NSDAP kam, musste unter dem neuen Direktor die gesamte Lehrerschaft gehen. Dieckmann wurde ein Jahr darauf Meister an der Kunstgewerbeschule Burg Giebichenstein bei Halle, deren Tischlereiwerkstatt er bis zur erneuten Entlassung 1933 leitete. In diese Zeit fielen seine ersten Korb- und Stahlrohrsessel (für Cebaso). In den 30er Jahren - ab 1939 lebte er in Berlin - arbeitete der Marginalisierte als Selbstständiger, unter anderem als Referent für Reichsdienststellen wie das Amt Schönheit der Arbeit. Lange in Vergessenheit geraten, gilt Erich Dieckmann inzwischen – neben Breuer und Ferdinand Kramer - als einer der großen frühen Serienmöbelentwerfer, dessen Stücke auf Auktionen nun auch wieder mit denen Breuers konkurrieren.

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