Christoph Böninger
Designmanager und Möbeldesigner, München / Bayern
Studiert hat er in München und Los Angeles. In seiner Diplomarbeit als Industriedesigner entwarf Böninger Anfang der 80er Jahre den ersten Laptop, ein Modell, das man heute in der Münchner Pinakothek der Moderne besichtigen kann. Nach dem Studium arbeitete er zunächst für Schlagheck und Schultes in München, eine der besten Adressen im deutschen Produktdesign. Danach ging er zu Siemens, wo er Ende der 90er Jahre gemeinsam mit Herbert H. Schultes die Ausgliederung der Siemens-Designabteilung organisierte. So entstand Designaffairs, mit über 100 Mitarbeitern eines der führenden Designbüros in Europa, dessen Geschäftsführer Böninger seit 1997 war. Neben seiner Haupttätigkeit als Designmanager entwarf er Möbel unter dem Label „Auerberg Sunday Morning Design“. Ende der 90er Jahre begann er mit der Verformung von Aluminiumblechen zu experimentieren. Der erste in kleiner Serie gefertigte und bei Insidern recht bekannte Entwurf ist der Soester Hocker (Mabeg 1999), ein Leichtgewicht mit beachtlicher Leistungsfähigkeit. Obwohl er nur wenig schwerer ist als ein Kilogramm, trägt er drei Zentner. Ein neueres Böninger-Möbel ist der Schaukelstuhl Buga, ein Auftrag für die Münchner Bundesgartenschau 2005. Diese Konstruktion aus Vierkantstahlrohr und Segeltuch weckt Doppelassoziationen an den klassischen Regiestuhl und den Freischwinger der 20er Jahre, zwei Stuhltypen, die in unterschiedlicher Weise für Beweglichkeit stehen. Auch in anderen Entwürfen, wie etwa den Tischen Sax und Acca (1997 und 2005, beide für ClassiCon), bezieht sich Böninger auf die ursprüngliche Bedeutung des Wortes Möbel, lateinisch mobilis, also beweglich. Inzwischen hat der Münchner die Firma Designaffairs verlassen und wurde Seniorpartner von brain4design, einer Agentur für Designmanagement. Seine materialtechnischen Erfahrungen fließen auch weiterhin in neue Entwürfe ein, wie etwa beim Beistelltisch #24 (für Articolo), einem abermals sehr leichten Stabilitätswunder, das über das Internet vertrieben wird. Hier handelt es sich um ein Produkt, das er für den Versand geschaffen hat. Aufgrund seiner geometrischen Eigenschaften, die den Karton genau an den gefährdeten Ecken unterstützen, braucht #24 extrem wenig Verpackungsmaterial.


