Sedus Stoll
Möbelhersteller, Waldshut / Baden-Württember
Mit acht europäischen Tochterfirmen (davon vier produzierende) und einem Exportanteil zwischen 40 und 50 %gehört der Konzern mit Stammsitz an der Schweizer Grenze zu den führenden Marken der Büromöbelbranche. Inzwischen hat man sich zu einem Komplettanbieter entwickelt, u. a. durch Zukauf der Unternehmen Klöber und Gesika, einem Anbieter, der das Sortiment durch Schreibtische, Container und Schränke ideal ergänzt. Die Ursprünge von Sedus liegen in einem einzigen Produkt, dem Bürostuhl. Mitte der 20er Jahre stellte man Europas ersten gefederten Drehstuhl vor und führte ein paar Jahre später die Schwenkrollen ein. In den 70er Jahren fiel mit der Gründung einer Entwicklungsabteilung das Augenmerk mehr und mehr auf anatomisch angepasste Stühle. Bis heute gehört das Wissen um das richtige Sitzen zur Kernkompetenz. Zum erfolgreichsten Produkt entwickelte sich der Drehstuhl Paris, der sich über eine Million Mal verkaufte. Zum heutigen, umfangreichen Bürostuhlprogramm trug der Designer Michael Kläsener entscheidend bei, vom Einstiegsmodell Yeah! bis zu Lisboa in der Business-Class. Wulf Schneider entwarf die flexiblen Tischsysteme No Limits und High End, die mit variablen Konfigurationen und kurzen Auf- und Abbauzeiten die Arbeitszusammenkünfte optimieren. Leise Irritationen löst dagegen die Serie Corner des Engländers Peter Wilson aus: asymmetrische Sessel mit zweifarbigem Lederbezug. Sedus entwickelt seinen Katalog auf dem Hintergrund sozialwissenschaftlicher Untersuchungen, die das Verhältnis der verschiedenen Lebenswelten Zuhause, Arbeit und Freizeit beleuchten. So sollen sich nach dem daraus abgeleiteten System Place 2.5 neue Produkte einpassen, indem z. B. die leistungsbezogene Büroumgebung mit emotionaler Bedeutung aus der Freizeit angereichert wird. Dafür sind gestalterische Ideen gefragt, wie etwa der tragbare Stehsitz Smile (von Emil Lohrer), dessen Höhe wie ein Fahrradsitz verstellt werden kann. Kernstück des angesprochenen Systems ist der Tisch Invitation, ein variables Werkzeug, das zu kreativem und spielerischem Umgang anregt. „Arbeiten wie die Kinder“ lautet daher konsequenterweise die Kampagne, mit der man Spontaneität und Spieltrieb aktivieren will. Turtle Club, die farbenfrohen Kunststoffhalbkugeln des Italieners Matteo Thun, können dem Arbeitsalltag ein wenig von seiner lähmenden Ernsthaftigkeit nehmen.


