Schreibtisch Tao

Renz

Möbelfabrik, Böblingen / Baden-Württemberg

 

Möbelmanufaktur, Stuhlfabrik, Büroeinrichter. In der 125-jährigen Firmengeschichte ist die Spezialisierung auf das Büro relativ neu und außerdem ungeplant. Den Anfang machte Mitte der 70er Jahre ein Esstisch, der auch als Schreibtisch gekauft wurde. Ein Wink, dem man Anfang der 80er Jahre mit Contur (von Heiner Gölz), dem ersten Programm für das Chefbüro, folgte. Damit waren bereits die Weichen hin zu einem Akteur mit internationaler Klientel gestellt. Das Unternehmen blieb – wie in der Branche im Allgemeinen und im Schwäbischen im Speziellen häufig anzutreffen – in Familienhand. Seit den 90er Jahren hat das Designbüro von Wolfgang C. R. Mezger das Sortiment stark geprägt, zuerst mit dem zum Managementprogramm ausgebauten Einrichtungssystem Tao (1990), dessen strukturierende Elemente die oben abgestuften Metallbeine sind. Es folgten Cosmo (1992) mit abgeschrägten Beinen und Amöbentisch sowie der Teamarbeitsplatz Telos (1998). Danach verwirklichte der Hamburger Designer Justus Kolberg gleich eine ganze Reihe von Möbelgruppen, darunter das Managementprogramm Verso und die O-förmigen, intelligent verlinkten Konferenztische Segno (beide 2000) sowie das Teamarbeitsplatzprogramm Tema (2004), ein Ordnungshüter, in dem sich gestalterische Systematik, handwerkliche Sorgfalt und industrielle Ratio verbinden. Mit seinem System Sono (2006) kommt Geradlinigkeit und Transparenz in die Führungsetage. Daneben gestaltete das Studio Jehs und Laub zwei neue Programme: Size (2004) besteht aus Bürotischen von monumentaler Schlichtheit. Bei Lane (2006) bildet eine scheinbar aus einem Stück gebogene L-förmige Tischplatte, die auf einem Schrankelement aufliegt, ein flexibles Duo und deutet an, dass Klarheit und Weichheit kein Widerspruch sind.