Mono
Besteck und Haushaltswarenhersteller, Mettmann / NRW
In den Gründerzeiten um 1900 als „Britaniawarenfabrik“ entstanden, machte das Familienunternehmen erstmals in den 30er Jahren überörtlich von sich reden, als man das Olympia-Besteck zur Ausstattung des olympischen Dorfes in Berlin lieferte. Wirklich neu erfunden hat sich die Firma erst zwei Jahrzehnte später. Ende der 50er Jahre war die Besteckbranche trotz Wirtschaftswunderkonjunktur in eine Krise geraten. Zugleich machten auf Design gegründete Erfolgsgeschichten wie die von Braun und Rosenthal die Runde. Firmenchef Herbert Seibel, ein Enkel des Gründers, traf die Entscheidung, sich durch „gute Form“ vom Durchschnitt zu unterscheiden. Dies hieß vor allem, keine Schnörkel und Verzierungen. Auf Anhieb gelang mit dem von Peter Raacke entworfenen Besteck Mono ein großer Entwurf und ein Bestseller, der die Marke auf einen Schlag neben Pott - eine Firma mit der man mittlerweile verbunden ist - zu einem Synonym für gutes deutsches Besteckdesign machte. Stövchen, Leuchter und Accessoires (von Fried Ulber) sowie weitere Raacke-Bestecke, darunter auch eine Kinderversion, erweiterten das Sortiment zu einem vollständigen Tafelprogramm. Wiederum stilbildend war später die modulare Teekanne aus Glas und Metall. Hier entstand ein neuer Produkttypus, was der Firma aus dem Bergischen Land ein ums andere mal gelang, bisweilen auch auf Nebenschauplätzen. Accessoirs wie der Becheranhänger Dolce (von (Mikaela Dörfel) oder die Leuchtschale Concave (von Franz Maurer) sind kleine Innovationen auf dem Esstisch und machen die Firma zu dem, was sie selbst „Mitgestalter des Lebens“ nennt. Neuland betrat man auch mit der Serie Gemiini (von Mikaela Dörfel) aus Porzellan und Edelstahl. Diese Kombination war ungewöhnlich und bedeutete auch für Mono selbst die Entscheidung für ein neues Material. Seit den 80er Jahren - Alessi hatte es vorgemacht – weitete man das Sortiment zügig aus. Neben Bestecken wurden nun auch Teekannen, Espressotassen, Kerzenhalter, Walnussöffner, Apfelschäler und weitere fein gestaltete Nützlichkeiten produziert. Produkte aus den 90er Jahren wie das Besteck Filio (von Ralph Krämer) oder Kerzenständer (von Fried Ulber) sind schlicht wie ehedem und üben durch ihre organischen Formen zudem Verzicht auf Ecken und Kanten. Dabei können das Besteck Zeug (von Michael Schneider) wie auch die Messerserie Cubus (von Fried Ulber) wiederum als Urtypen bezeichnet werden.


