Falt Tisch & Hocker

Mobilia Collection

Möbelhersteller, Burgthann / Bayern

 

Der Name sagt beinah schon alles. Das fränkische Unternehmen brachte in den experimentierbereiten 60er Jahren ein bewegliches und veränderbares Mobiliar auf den Markt, bei dem für starre Wohnkonventionen kein Platz mehr war. So stellte man sich in eine Reihe mit Neuerern wie Bofinger oder Zapf. Insbesondere die Polstermöbel des Architekten Hans Hopfer, die sich in ihrer Einfachheit und Systematik an Bauhaus und Ulmer Schule anlehnten, lösten gängige Möbelkategorien auf und setzten flexiblere Formen an deren Stelle. Dies kommt schon in den damaligen Produktbezeichnungen zum Ausdruck. Hopfers frühem Schlafsofa Bausystem folgten Mobiliante und Player, zwei aus- und umbaubaufähige Polsterpuzzle, die sich den individuellen Wohnbedürfnissen anpassten. Das Prinzip Flexibilität wurde bei der „Sitzlandschaft“ Lounge noch einmal gesteigert, bei dem sich aus nur drei Grundelementen schier unendliche Sitz- und Liegemöglichkeiten ergaben. In den 70er Jahren boten pyramidenartig stapelbare, sogenannte Baukastensystemen von Hopfer und Firmengründer Peter Biedermann eine elementare Alternative zu traditionellen Schränken und Kommoden. Im darauf folgenden Jahrzehnt, als die Parole Design hieß, übernahm Werner Dechand die Geschäftsführung und erweiterte das Programm um originelle Entwürfe wie den an die Wand gelehnten Garderobenständer Stick (von Eduard Erenski), einen minimalistisches Tischgestell von Rolf Heide und einige Entwürfe von Jan Armgardt, darunter der viel beachtete Verwandlungssessel Tattomi, bis heute ein Kernstück der Kollektion. Nach dem plötzlichen Tod von Werner Dechand übernahmen dessen Söhne Andreas und Markus Dechand die Firma, die weiterhin für ihren Mut und ihre Grundsätze steht. Dazu gehört auch die Treue zu den Designern, die über Generationen reicht. So gehört Patricia Hopfer, die Tochter von Hans Hopfer, nun ebenfalls zu Mobilia-„Familie“. Aktuelle Produkte sind die transparente, aus Acrylglas in einem Guss gefertigte Liege MC 1 (von Olaf Kitzig), die frappierenden Klappmöbel falter, die ohne Beschläge und Schaniere funktionieren, sowie das Steckregal stapler (beide von dreipunkt 4). Letzteres besteht aus einem einzigen einfachen Bauteil, das sowohl für Boden, Deckel, Seitenteile und Rückwände verwendet wird, ist dadurch extrem flexibel und somit geradezu eine Inkarnation der Ursprungsideen von mobilia collection.