Erco
Leuchtenhersteller, Lüdenscheid / NRW
Anfang der 60er Jahre trat Klaus Jürgen Maack in die Firma ein, die hochwertige Küchen- und Badezimmerleuchten herstellte. Der Neuerer prophezeite der verblüfften Geschäftsführung den Untergang, falls keine Richtungskorrektur vorgenommen würde. Es gelang, mit Lichtsystemen den damals neu entstehenden Markt für Architekturbeleuchtung zu erobern. In der berühmt gewordenen Erco-Maxime „Wir verkaufen zuallererst Licht und nicht Leuchten“ steckt die geniale Perspektivverschiebung. Man pflegt ein ähnlich intellektuelles Verhältnis zu seinem Gegenstand wie etwa FSB oder Wilkhahn. Dieser Rationalismus hat seine Wurzeln letztlich im Bauhaus sowie in der HfG Ulm. Otl Aicher, Mitbegründer der Ulmer Schule, hat das Unternehmen lange beraten, wie vorher Braun, Lufthansa und FSB. Bis heute ist die Kommunikation vorbildlich, die seriös-sachliche Kundenzeitschrift Lichtbericht gilt als Kult. Ein weiteres Ergebnis ist die ungewöhnliche Konstanz im Sortiment. Auch die Lüdenscheider Werksanlagen - die „Lichtfabrik“ - sind als preisgekröntes Ensemble ein Ausdruck gewachsener Unternehmenskultur. Das Unternehmen wurde zum Spezialisten für komplexe Lichtsituationen. Als Stararchitekt Richard Meier jüngst für den Ara Pacis eine gläserne Schutzhülle und ein Museum schuf, dem seit langem ersten modernen Bau im historischen Zentrum Roms, war der deutsche High-End-Hersteller ebenso beteiligt wie bei der Einweihung der Kohlenwäsche Zeche Zollverein in Essen, einem Industriedenkmal ersten Ranges und Schauplatz für Design und Architektur. Dem internationalen Zuschnitt entspricht die Zusammenarbeit mit Kreativkräften wie dem Briten Roy Fleetwood und dem Dänen Knud Holscher. Der Italiener Mario Bellini entwarf die extrem vielseitige modulare Strahlerfamilie Eclipse, die in ihrem Erscheinungsbild an Mittelformatkameras erinnert. Das Idiom derart entblößter technoider Schönheit ist jedoch ein deutscher Beitrag zum Weltdesign. Die nüchternen Lichtmaschinen finden ihre ikonographische Entsprechung im neutralen Schwarz-Weiß-Grau des Firmenauftritts.


