Regalsystem Freddy, Entwurf Hertel Klarhöfer

elmarflötotto

Möbelhersteller, Paderborn / Nordrhein-Westfalen

 

Die Firma mit dem so geläufigen Familiennamen – jeder dritte Deutsche kennt Flötotto – versteht sich als Ideenproduzent und hat sich weit von dem entfernt, was der Nicht-Experte mit diesem Namen verbindet. Im Programm finden sich originelle Möbel, Leuchten und Objekte, die nicht immer sofort einzuordnen sind. Beispiel: der Fluffi-Zoo von Studio Vertijet, bunte Schaumstoffteile in Tiergestalt, die Kindern als Spielzeug und Sitzgelegenheit dienen können. Ende der 70er Jahre setzten Anna und Elmar Flötotto die Familiendynastie in dritter Generation fort, allerdings auf eigenständigen Wegen. Unter dem Etikett elmarflötotto gründeten sie eine Agentur für Möbelimport, die gelegentlich eigene Produkte realisierte und schließlich Anfang der 90er Jahre die erste Kollektion vorstellte. Ein gutes Jahrzehnt später, nachdem die Ostwestfalen mit dem leuchtenden Lumibär einen völlig unerwarteten Welterfolg gelandet und schließlich die Marke Authentics übernommen hatten, entstand ein reguläres Programm. Von Anfang an verstand man sich als Sammelbecken für einen unverkrampften Avantgardismus. Darin fand sich ein durchaus illustrer Kreis von zumeist deutschen Kreativen, darunter Newcomer wie Neunzig Grad, aber auch gestandene Formerfinder wie Konstantin Grcic und Vogt + Weizenegger. Zu den bemerkenswerten Möbeln gehören der flexible, einfache und sehr bequeme Kunststoffstuhl Wait (von Matthew Hilton), das Containerregal Big Bin und die Sitzgruppe Couch, die einfach aussieht und es doch in sich hat (beide von Stefan Diez). Zum Renner wurde Freddy (von Hertel Klarhöfer), ein Regal in der Tradition von FNP (von Axel Kufus) oder Endless Shelf (von Werner Aisslinger), das auf einer neuartigen Netzstruktur basiert. Mit nur zwei Plattenformaten lassen sich so in kurzer Zeit unendlich viele Varianten realisieren. Ähnlich wie die Marke Koziol nutzt elmarflötotto seine versammelte Designkompetenz, um jenseits aller Langeweile - auch der der Neomoderne – ein neuartiges Formen- und Farbenrepertoire zu etablieren. Dass dabei eher die Abwesenheit einer durchgehenden Linie als Charakteristikum erscheint, dürfte kein Zufall sein. Eine gewisse Vorliebe für die wilden 60er Jahre ist jedoch kaum zu übersehen. Wirbelndes Beispiel: Flower Power, der etwas andere Ventilator.