Hocker Backenzahn, Entwurf Phillip Mainzer

e15

Möbelhersteller Oberursel / Hessen

 

Benannt wurde die Firma nach der Postleitzahl des Londoner Stadtteils Hackney, in dem die Firmengründer – der Architekt Philipp Mainzer und der Designer Florian Asche – ihre erste Werkstatt betrieben. Beide hatten sich alte Brückenpfeiler aus Eichenholz besorgt und daraus die ersten vier Tische gebaut. Das Holz war rau, aber auch warm und authentisch und bildete einen starken Gegensatz zu der damals dominierenden Lack- und Chromästhetik. Gleichzeitig war es ein Kontrapunkt zum rustikalen Klischee traditioneller Eichenmöbel, die seitdem – neben Nussbaum – eine Konstante im Sortiment sind. Eine Besonderheit stellte die Betonung der Astlöcher mittels schwarzen Holzkits dar. Bald verlegten die Deutschen ihren Firmensitz in die Nähe von Frankfurt. Bereits unter den ersten Produkten waren vielbeachtete Entwürfe von Asche und Mainzer wie der Tisch Bigfoot und der Hocker Backenzahn. Heute arbeitet man mit einer Reihe externer Designer, darunter der Brite Mark Holmes, die Amerikaner Mark Borthwick, Pilar Proffitt und Robert Bristow und die Belgier Philippe Allaeys und Hans de Pelsmacker. Bewusst wird die Zusammenarbeit mit Künstlern gesucht. Ob Sideboard, Bett, Schreibtisch oder Sitzbank, es ist die durchgängige Linearität, die ein Sortiment von stringenter Schlichtheit entstehen ließ – mit deutlichen Anklängen an Modernisten der 50er Jahre wie etwa Herbert Hirche. Kombiniert mit traditioneller Verarbeitung ergab sich ein für die Marke typisches Spannungsverhältnis. Ein wesentliches Merkmal sind dabei die im wahrsten Sinne des Wortes handverlesenen Werkstoffe, zumeist massive europäische Hölzer, dazu Edelstahl, Aluminium, Leder sowie neuerdings auch Messing und Kupfer. Beschaffenheit und Struktur dieser Materialien sind Teil des Entwurfs und verleihen den Erzeugnissen Singularität. Inzwischen hat sich e15 als Gestalter öffentlicher Räume und privater Wohninterieurs etabliert, hat Gartenmöbel im Programm und ist mittlerweile auch im Badezimmer präsent, wo man sich in einer Allianz mit den Spezialisten Alape und Dornbracht auf neue Paradigmen einließ. Diese Entwicklung ist noch lange nicht beendet: Das zeigt nicht zuletzt die neue Sofakollektion, die sich an orientalischen Ruhe- und Entspannungsritualen orientiert und durch Utensilien wie Tabletts, Teppiche und eine Vielzahl bequemer Kissen ergänzt wird. Die Abkehr von allzu strikter Askese wird auch im neuen Katalog sichtbar, der die Möbel nicht mehr in spartanischem Ambiente zeigt, sondern in der üppig-sinnlichen Welt einer Barockkirche.