Teppichserie lyn von Carpet Concept, Entwurf Peter Maly 2000 bis 2004

Carpet Concept

Teppichbodenhersteller, Bielefeld / Nordrhein-Westfalen

 

Weil für Designer damals kein Budget existierte, hat Firmengründer Thomas Trenkamp die erste Kollektion selbst entworfen. Aus der Praxis als Vertriebsleiter von Objekt-Teppichböden kennt er seine Branche von Grund auf und will es einfach besser machen. So hat er z. B. alte Webtechniken wiederbelebt und mit hochaktuellen Konzepten wie etwa dem Einlegen von Metall kombiniert. So wird ursprüngliche Webtechnik mit moderner Fertigung verknüpft. Es entstehen außergewöhnliche Teppichböden, die den Charme des Handwerks mit Hightech-Finish verbinden. Ein Hauptziel sind – das Vokabular der klassischen Moderne ist kein Zufall – ehrliche Produkte, die auchaussehen wie gewebt. Die Voraussetzung dafür ist eine gelebte Designkultur. Der Entrepreneur aus dem Westfälischen fühlt sich dauerhafter Qualität verpflichtet, mit einer Nachliefergarantie von stolzen 15 Jahren. Firmen wie FSB, die Integrität und eine intensive Kommunikation mit ihren Designern pflegen, sind das explizite Vorbild. Design ist Chefsache. Eine Schwierigkeit, so Trenkamp, besteht darin, dass Industrie- wie Möbeldesigner grundsätzlich dreidimensional denken. Eine Fläche, die sich dann auch noch ein- und unterordnen soll, ist ihnen deshalb anfangs fremd. Inzwischen sind Gestalter wie der Münchner Konstantin Grcic und die Wahl-Hamburger Hadi Teherani und Peter Maly sowie der Berliner Carsten Gollnick im Katalog vertreten. Viel mehr deutscher Avantgardismus geht kaum. Davon zeugen auch mehr als 60 Designpreise, unter anderem für Tec Wave und Tec Pearl. Bei diesen neuartigen Webteppichen geht es um die Parität von Noppe und Grund. Der Metallfaden drängt wellenförmig in die farbige Fläche. Die Dessins entstehen aus dem Wechsel von Quadraten und Streifen. Der Metalleffekt liegt wie ein Schleier darüber. Schon über Jahre hinweg hat die Kollektion Lyn von Maly und Gollnick stark dazu beigetragen, dass die junge Marke insbesondere von Architekten geschätzt wird. So liegt Carpet-Concept-Ware in Renommierbauten wie dem Berliner Helmut-Newton-Museum oder dem neuen Münchner Bayern-Stadion, um nur zwei Beispiele von vielen zu nennen.