Küchenprogramm b3 von bulthaup, Entwurf Herbert Schultes 2004

Bulthaup

Küchenhersteller, Aich / Bayern

 

Mit Hilfe einer eigens entwickelten Laserschweißtechnik wird das Gaskochfeld beim Küchensystem b 3 nahtlos in die Arbeitsfläche integriert. Die erstmals lineare, nicht unterbrochene Verbindung zwischen Feuer- und Wasserstelle ist eine Voraussetzung für perfektes Arbeiten. Durch permanente Innovation hat der niederbayrische Hersteller den wichtigsten häuslichen Arbeitsplatz immer wieder neu definiert und sich selbst – so eine Studie der Wirtschaftswoche – dadurch unter den fünf führenden deutschen Luxusmarken etabliert. In früheren Zeiten war die Küche ein Ort der Wärme, der Düfte und der Geselligkeit. Im 20. Jahrhundert hatte sie sich unter dem Einfluss der Bauhaus-Bewegung zu einer raumsparenden Produktionsstätte entwickelt. Auch Bulthaup produzierte „Anbau“-Zeilenküchen – bis man Anfang der 80er Jahre „das Ende einer Architekturdoktrin“ verkündete. Grafiker und Querdenker Otl Aicher hatte sich im Firmenauftrag Gedanken gemacht und eine existentielle Aktivität wiederentdeckt. Ausgangspunkt seiner Überlegungen war aber keineswegs Omas urige Kochstube, sondern Ergonomie und Flexibilität, wie sie Aicher am Arbeitsplatz moderner Profiköche beobachtet hatte. Mit dem System b wurde das neue Konzept 1982 erstmals umgesetzt – ein Paradigmenwechsel, der Bulthaup eine Alleinstellung verschaffte. Im Mittelpunkt stand nun ein zentraler Zubereitungstisch. Statt vor eine Wand zu schauen, kann der Blick frei im Raum umherschweifen. Später wurde diese Arbeitsfläche in Form einer „Küchenwerkbank“ (1988) aus Edelstahl variiert, ein weiterer Meilenstein. Die andere Art der Küchennutzung erforderte auch andersartige Möbel, z. B. das von der Decke hängende Regal, eine Abstellfläche für Zutaten, an der aber auch Kellen und Töpfe griffbereit baumeln. Bulthaup hatte mit der neuen Möbelkonzeption auch ein Sortiment hochwertiger Töpfe und Küchenwerkzeuge vorgestellt. Später kamen mit den Serien Duktus und Korpus auch Tische und Stühle hinzu. Als Standard gelten mittlerweile die von Herbert H. Schultes entworfenen Systeme 25 und 20 (1992 und 1997), die der Designer mit rückenschonenden Arbeitshöhen, Rollläden und rollenden Küchencontainern ausgestattet hatte. Schließlich entwickelte Schultes das System b 3 (2004), das nicht mehr auf den Grundriss fixiert ist, sondern bei dem sich mittels eines stabilen Stahlskeletts die Wand gestalten lässt.