Berker

Hersteller von Schaltern, Schalksmühle / NRW

 

Lichtschalter gehören zu jenen unscheinbaren Alltagsdingen, die weder unsere Aufmerksamkeit erregen, noch gemeinhin mit Design assoziiert werden. Das sieht man im Hause Berker völlig anders. Ähnlich dem Türklinkenhersteller FSB setzt die sauerländische Traditionsfirma alles daran, ihrem nur scheinbar simplen Produkt den Ruch des Profanen auszutreiben. Dass man sich dabei stark an der klassischen Bauhaus-Moderne orientiert, hat indirekt sicher auch etwas damit zu tun, dass die Firma im selben Jahr gegründet wurde wie die berühmte Weimarer Hochschule. Berkers Aufstieg verlief parallel zur Verbreitung des elektrischen Lichts in den 20er Jahren.

Der damals übliche Drehschalter war ein frühes Beispiel für die sachliche Gestaltung von Industrieprodukten. An diese Pionierphase des guten Designs knüpfte man zu Ende des Jahrhunderts mit der Retro-Serie 1930 wieder an. Lässt man die Modelle der dazwischen liegenden Jahrzehnte Revue passieren, wird plötzlich deutlich, wie sich diese Bedienungselemente, die wir täglich berühren, in unser visuelles Gedächtnis eingegraben haben. Zu einer designorientierten Marke wurde Berker in den 60er Jahren. Damals bescheinigte die IF-Jury dem neuesten Wippschalter eine „Gute Form“ und Egon Eiermann, Baumeister des Bonner Abgeordneten-Hochhauses, entschied sich für das Modell Modul. Im nächsten Jahrzehnt begann die bis heute andauernde Zusammenarbeit mit dem Designbüro Lengyel. Hieraus entstanden nicht nur wichtige aktuelle Produktlinien wie das populäre Programm S.1 und die prämierte Serie B.1, es war auch der Ursprung jener gewachsenen Designkultur à la Braun und Wilkhahn, in die alle Betriebsteile einbezogen werden. Daraus hervorgegangen sind innovative Schalterlösungen wie das System TS von Tom Schlotfeldt, ein völlig neuer Produkttypus, der bereits Kultstatus besitzt. Für das Zeitalter des digitalisierten Wohnens, das wir längst über Panels regeln - in dem wir den guten alten Lichtschalter aber immer noch suchen – hat Berker Konzepte wie die minimalistische Schnittstelle B.IQ parat.

In Kooperationen mit Rosenthal und Swarowski entstanden spezielle Anwendungen mit den Materialien Porzellan und Kristall.