2000-2007 neue sicht der dinge
Meilensteine
2000 Lampe Soon, Soester Hocker, Klavier Pure, Pult Nudo,
Teppich Geflecht, Lampe Fridtjof 1, Teppich Design Edition
2001 Lichtschrank EO, Performa Garderobe
2002 Sofa Scroll, Stuhl Lipse, Sofa Lobby, Metallserie Diana,
Bürostuhl Silver, Schreibtisch Kant
2003 Bürostuhl Solis, Duschkopf Raindance, Fernseher Mimo, Stuhl Mars
2004 Regalsystem Plattenbau, Stuhl Milanolight, Regak Freddy,
Sofa Dono, Kaminzubehör Balance
2005 Sputnik, Mein_Back, Collektion 3, Couch, Bella Vista
2006 Kaffeeautomat WMF eintausend, Regalsystem Socialbox,
Service Form zweitausendsechs
chronologie
2000 Sauter beseitigt mit seinem Klavier Pure eine der letzten designfreien Zonen. – Extratapete macht selbst die Tapeten mobil und empfiehlt eine »andere Sicht der Dinge«.
2001 Beim Lichtkubus EO von Wulf Schneider, einer abermaligen Variation des Themas Schranksystem, steuert Hightech den Seelenfrieden. – Schöner Wohnen bekommt Gesellschaft. Nach einer Welle neuer Einrichtungsmagazine ist das Hamburger Blatt zwar weiterhin das auflagenstärkste, aber nur noch eines von vielen. Angeblich spinnen sich die Menschen in ihrer Wohnung nun wie Raupen in einen Kokon ein.
2002 Immer neue verwandelbare »Wundersofas« kommen aus Deutschland. Zwei Beispiele für viele: Lobby von Siegfried Bensinger und Scroll von Studio Vertijet. – Silver von Hadi Teherani widerlegt das
allgemeine Vorurteil, Drehstühle seien nicht sexy.
2004 Der Stuhl Milanolight von Wolfgang C. R. Mezger ist eine Höchstleistung aus Schichtholz, einem weiteren lange bekannten Material, das noch längst nicht Geschichte ist. Mit viel Erfahrung und neuen digitalen Werkzeugen werden die Gestaltungsgrenzen verschoben.
2005 Reiner Moll reagiert mit Aquamove, der ersten hydraulischen, Duscharmatur, auf die demografischen Daten. – Der Küchenkonzern Alno ist der erste Möbelhersteller, der im arabischen Dubai produziert. Ein Dreivierteljahrhundert nach der Erfindung der Frankfurter Küche ist diese deutsche Innovation ein internationaler Exportschlager. Dafür stehen Firmen wie Bulthaup, Eggersmann und Poggenpohl, aber auch Gaggenau und Miele.
2007 Die Behauptung, auf der Kölner Möbelmesse würden keine wirklichen Neuheiten mehr vorgestellt, wiederlegt Nuf, die Gleitkommode von Performa. – Vor hundert Jahren wurde der Deutsche Werkbund gegründet. Insbesondere beim Wohndesign, einer Kerndisziplin des Designs, war es Deutschland damals gelungen, sich an die Spitze zu setzen und zahlreiche Gestalter mit internationalem Renommee hervorzubringen. Dass man auch heute bestehen kann, verdeutlicht ein Blick auf das vorhandene Personal. Gestandene Branchengrößen wie Jan Armgardt, Siegfried Bensinger, Konstantin Grcic, Gerd Lange, Peter Maly, Ingo Maurer, Wolfgang C. R. Mezger, Reiner Moll, Ulf Moritz, Anita Schmidt, Dieter Sieger oder Burkhard Vogtherr warten weiterhin mit innovativen Entwürfen auf. Die grauen Eminenzen der zweiten Moderne, wie Luigi Colani, Jürgen Lange, Peter Raacke, Dieter Rams, Hans »Nick« Roericht, Richard Sapper, Arno Votteler und Otto Zapf, können dem Ruhestand allesamt nichts abgewinnen. Schließlich gingen aus den eruptiven 80er Jahren Persönlichkeiten mit eigener Handschrift hervor. Dazu gehören Uwe Fischer, Stefan Heiliger, Axel Kufus und Christian Werner. Der technische Paradigmenwechsel der 90er Jahre, bei dem das Credo »Alles ist erlaubt« plötzlich digital machbar war, brachte eine disziplinierte, wiewohl durchaus experimentelle Generation hervor. Manches Talent blieb dem großen Publikum noch verborgen, wie etwa Thomas Althaus, Martin Ballendat, Norbert Beck, Justus Kolberg oder die Studios Lepper Schmidt Sommerlade und Neunzig° Design. Während andere sich bereits einen Namen gemacht haben, darunter Werner Aisslinger, Stefan Diez, Tobias Grau, Gioia Meller Markowicz, Torsten Neeland und Studio Vertijet. Die Neuerfindung unserer Einrichtung, die sich die »Raumkünstler« im vorvorigen Jahrhundert bereits vornahmen und die in der Ersten und Zweiten Moderne enorme Fortschritte machten, ist in vollem Gange.









