Lichtschrank EO, Hersteller interlübke

Wulf Schneider

Innenarchitekt und Möbeldesigner, Stuttgart / Baden-Württemberg

 

Dreh- und Angelpunkt seines Berufes sei nun einmal der Mensch. Werden Produkte nicht »angenommen«, ist der
Zweck verfehlt. Deshalb müssen die sinnliche Komponente und die aktuellen Wahrnehmungsmuster immer mitgedacht werden. »Das ist für dich hergestellt«, soll die Botschaft sein. Ziel dieses ganzheitlichen Ansatzes sei letztlich eine Produktkultur, so seine sehr deutsch klingende Essenz. Bereits Ende der 80er Jahre schrieb er ein Buch über den »Sinn und Un-Sinn« in der gestalteten Umwelt. Wulf Schneider, der in den 60er Jahren Innenarchitektur und Design studierte und später leitende Positionen in der Wirtschaft sowie eine Designprofessur bekleidete, macht gerne auf die grundlegenden Dinge der Produktgestaltung aufmerksam. Der Hinterfrager, der seit Mitte der 70er Jahre als selbstständiger Designer arbeitet, hat Kunden gefunden, die diese anspruchsvolle Konzeption teilen. So entwickelte er seit den frühen 80er Jahren Stühle für Thonet, die – vor der Inflation der Designpreise – regelmäßig mit Auszeichnungen bedacht wurden, darunter die Modelle S 320 und S 570 als zeitgemäße Synthesen aus Holz und Stahl sowie 290, ein patentierter Stuhl, der lediglich aus drei Teilen besteht, wobei die Sitzfläche aus dem Rückenstück ausgeschnitten ist. Nun folgte der Vielzwecksessel S 3500, ein Stahlrohrentwurf mit klassischer Bauhaus-Note, dessen leicht ausziehbares Sitzpolster den Bequemlichkeitsfaktor potenziert. Auch für COR entwickelte Schneider ein intelligentes Möbel: die Polsterwürfel Clou, eine neue Interpretation des Systemsofas, verbinden einen Reigen praktischer Kombinationsmöglichkeiten mit ungewöhnlichen Proportionen und Armlehnen, die manchen an Ohren erinnern. Es folgte Arthe (2000 für COR), ein Sofa mit Gelenken. Schließlich entstanden ganze Möbelprogramme wie Team, eine sieben Modelle umfassende Drehstuhlund Freischwingerserie (für Arts Collection) und die Konferenzmöbel No Limits und High End (für Sedus Stoll). Ein Möbelsystem, das den Sehsinn auf eine völlig neue Art einbezieht, ist der Leuchtschrank EO (2001 für Interlübke), bei dem sich Helligkeit und Farben des Lichts verändern lassen. Mit einem angenehmen Überraschungseffekt wartet auch der runde Kamin Emotion (für Skantherm) auf. Es ist der erste mit Panoramascheibe, die nicht nur optimal abstrahlt, sondern auch von »allen« Seiten eine gute Sicht auf das Feuer erlaubt.