Walter Gropius
Architekt, Möbel- und Produktdesigner, geb. 1883, gest. 1969
Er erfand den Namen der wohl berühmtesten Hochschule für Kunst, Architektur und Gestaltung, deren Gründer und erster Direktor er war. In seinem Bauhaus-Programm forderte er Mitte der 20er Jahre die Beschränkung auf »typische Grundformen«, ein Konzept – schon angelegt bei den »Typenmöbeln« der Deutschen Werkstätten –, dessen Radikalisierung ihn zum Geburtshelfer des modernen Designs werden ließ. Vor dem Ersten Weltkrieg arbeitete er zwei Jahre im Büro von Peter Behrensund lieferte bereits 1911 mit der Fagus-Fabrik nicht nur eine der frühen Inkunabeln neuer Architektur, sondern auch eine bemerkenswerte Einrichtung, darunter zierlich-asketische Sessel und Sitzbänke (heute Tecta). Verlangt werde, so Gropius, die »knappe, phrasenlose Durchbildung aller Teile«. Interieurs wie sein »Direktorenzimmer« (1923) und sein »Meisterhaus« (1926) verstand er als Laboratorien eines zukünftigen Lebensstils. Ersteres war mit eigenen Entwürfen bestückt, darunter der kubische Sessel F 51, ein Schreibtisch mit gläserner Ablage und ein mäanderförmiges Zeitschriftenregal. Ohne Gropius, ab 1921 vier Jahre »Formmeister« der Möbeltischlerei und damit Lehrer von Josef Albers, Marcel Breuer, Alma Buscher und Peter Keler, wäre die Geschichte des Wohnens anders verlaufen.




