Ulf Moritz
Textildesigner, Amsterdam / Niederlande
Dünne Kupferdrähte und schwarze Leinenfäden schlängeln sich um Büschel von Pferdehaaren. Schwarze Glasperlen glimmern auf transparentem Grund. Er hat die Vorstellung von Stoff oder Gewebe extrem erweitert. „Das einzig Typische an meinem Werk ist, dass ich mich nicht wiederhole“, hat er einmal festgestellt. Ulf Moritz, der sich nicht festlegen lässt, gilt als Deutschlands kreativster Designer von Wohntextilien. Er gehört – wie Luigi Colani, Peter Maly oder Dieter Rams – zur Generation der Kriegskinder, die die Nachkriegsmoderne und das Bild des deutschen Designs stark prägten. Studiert hat der hoch Gepriesene Ende der 50er Jahre an der Krefelder Textilingenieurschule. Zu seinen Lehrern gehörte Georg Muche, langjähriger Leiter der Weberei am Bauhaus. Für Moritz, der in Polen geboren wurde, war sein Berufseinstieg im Jahr 1960 mit einem bis heute wichtigen Ortswechsel verbunden. Seine Adresse ist seitdem Amsterdam. In den 60er Jahren arbeitete er für einen holländischen Stofffabrikanten. Im darauf folgenden Jahrzehnt, nun Dozent an der Designhochschule Eindhoven, gelang der Durchbruch als freier Designer. Nun gehörten Firmen wie Christiane Kröncke, Felice Rossi, Interlübke und Montis zu seinen Kunden. Einen entscheidenden Schub gab die bis heute währende Zusammenarbeit mit der Firma Sahco, die 1986 begann. Jahr für Jahr präsentierte er seine eigene Kollektion voller ausgefallener Entwürfe für diesen Hersteller, um dessen Erscheinungsbild er sich zudem kümmert. Dies ist auch ein weiteres Beispiel, wie sich das schöpferische Potenzial in einer dauerhaften Hersteller-Designer-Beziehung ausschöpfen lässt. Ende der 90er Jahre erfolgte mit der Kollektion Walls (für Marburger Tapetenfabrik) der erfolgreiche Ausflug in ein neues Metier. Mittlerweile gibt es auch von ihm gestaltete Sitzmöbel (u. a. für Team by Wellis) und Vasen (für Leonardo). Der Schwerpunkt liegt aber weiterhin bei den Stoffen, wo er nicht nur führender Ideenproduzent ist, sondern es aufgrund seiner profunden Kenntnis der Fertigungstechnik auch schafft, bezahlbare Produkte zu entwickeln.


