Torsten Neeland
Produkt- und Möbeldesigner, London / Großbritannien
Torsten Neeland, der in Hamburg Industriedesign studierte, gelang Ende der 90er Jahre – nachdem er seinen Standort nach London verlegt hatte – der Durchbruch zu einem der gefragtesten deutschen Designer der Generation Grcic. In der Folge entstanden so unterschiedliche Produkte wie Libertea, eine achtteilige Teezubehörserie (für WMF), das Essbesteck Stav (für Auerhahn), die Badewannenablage Crossover mit Spiegel und lesefreundlicher Buchstütze (für Dornbracht), schließlich zwei Beistelltische (für Anthologie Quartett und Mouvements Modernes). In jüngster Zeit hat Neeland stark auf das Thema Licht konzentriert und in einem nur scheinbar ausgereizten Terrain höchst innovative Entwürfe vorgelegt. Ein Beispiel ist Hybrid (für Mouvements Modernes), eine formal reduzierte Garderobe bestehend aus einer Konsole, die gleichzeitig als Lichtquelle zur Ausleuchtung des Raumes beiträgt. Im Inneren eines Rahmens sind vier Lichtquellen installiert, die ein indirektes Licht erzeugen. Auf die Wand wird eine unsichtbare Farbe aufgetragen, die auf Schwarzlicht reagiert. Es können unterschiedliche Lichtfarben verwendet werden. Die Stehleuchte uv-1 für denselben Hersteller funktioniert wie Hybrid mit unsichtbarer Wandfarbe und Schwarzlicht. Weitere originelle Lichtkreationen sind Cut und Tank (beide für Anta). Letztere ist eine Wandleuchte bestehend aus einer verdeckten, ringförmigen Leuchtstoffröhre, die indirektes Licht auf die Wandfläche wirft. Die Intensität des Lichtes lässt sich manuell regeln. Das Leuchtfeld kann verändert werden, sodass es zwischen flächig und kreisförmig changiert. Ferner können Farbfilter eingesetzt werden, um so die Stimmung zu unterstützen oder zu verändern. Auch hierbei handelt es sich also um ein interaktives Produkt, dessen Wirkung vom Benutzer beeinflusst werden kann. Der Wahl-Londoner sieht sich an der Schnittstelle von Kunst und Technologie. In jüngster Zeit schuf er neben Wohninterieurs auch das Bühnenbild für eine englische Tanzkompagnie und arbeitete am visuellen Erscheinungsbild von Firmen wie COR, Duravit und Interlübke.


