Thomas Althaus
Möbeldesigner und Innenarchitekt, Düsseldorf / Nordrhein-Westfalen
Stretch ist eine neuartige Anrichte, die sich wie ein Schuber
auseinanderziehen und bei Bedarf wieder zusammenschieben
lässt. Das Kastenmöbel ohne feste Länge kann auch als Raumteiler
dienen. Thomas Althaus hat das anpassungsfähige Stück
für Die Collection entworfen, einen deutschen Hersteller, der
mit veränderbarem Mobiliar aufwartet. Für diese Marke hat der
Rheinländer eine ganze Serie patenter Entwürfe geliefert, darunter
auch den Sessel Fox, einen Sitzwürfel, dem man nicht
ansieht, dass er sich mit ein paar Handgriffen zu einer Liege
ausklappen lässt. Althaus hält wenig von der Umsetzung
abstrakter Ideen. Von Hause aus Innenarchitekt hat er bei seiner
Arbeit immer die spätere Anwendung im Auge. Der Spezialist
für multifunktionales Wohnen strebt Lösungen an, die sich
diskret zurückhalten, ihren Benutzern jedoch einen hohen individuellen
Freiheitsgrad bieten. Auch die Möbel, die er für WK
Wohnen entwarf, stehen für dieses Doppelprinzip. So verfügt
der schräge Beistelltisch WK 838 nicht nur über unsichtbare Rollen,
sondern auch über eine um 360 Grad schwenkbare Glasplatte,
die etwa die Erreichbarkeit von Ess- und Leseutensilien
deutlich erleicht e rt. Mit solchem Pragmatismus, der mit einem
lakonisch klaren Formenkanon einhergeht, steht er durchaus in
einer Linie mit jenem klassischen Funktionalismus deutscher
Provenienz, der seit dem frühen 20. Jahrhundert das Potenzial
unserer Wohnmöbel auch durch Kombinatorik und Mechanik
zu verbessern suchte. Zeitgenössische Designer, die ähnliche
Ansätze verfolgen, sind etwa Jan Armgardt, Norbert Beck
oder Christian Werner. Längst hat sich die Kompetenz des
»Humandesigners« Althaus, der mit seiner Frau eine Bürogemeinschaft
führt, auch in Nachbarländern wie Frankreich
(Treca), Italien (Tonon) und den Niederlanden (Royal Auping)
herumgesprochen. Die Erfahrung mit einer Vielzahl namhafter
Firmen, darunter in Deutschland u. a. Interlübke, Renz und
Rosenthal Einrichtung, machen ihn zu einer festen Größe im
deutschen Wohndesign. Dabei hat Althaus keineswegs nur im
Luxussegment gearbeitet. Es reizt ihn viel mehr auch der »Minimalismus
des Budgets«, d. h. wenn man aus wenig viel
machen muss.


