Richard Winkelmayer
Künstler und Silberschmied, geb. 1890, gest. 1950
Richard Winkelmayer gehört zur Generation von Marianne Brandt und Johannes Itten, die die Reformzeit nach 1900 bewusst erleben und von dessen Kunstklima angesteckt werden. Als Silberschmied entwickelt er sich – in seinemFalle außerhalb des Bauhauses – in Richtung Industriedesign. Der Niederösterreicher beginnt zunächst eine Lehrerausbildung in Linz und schließt nach neun Jahren Schuldienst ein Kunststudium an. Dafür wählt er, wie mancher andere spätere Bauhaus-Student, die private Wiener Kunstschule von Itten, der ebenfalls vom Lehrer zum Künstler wurde. Daneben studiert er Malerei an der Kunstgewerbeschule des Museums für Kunst und Industrie. Als Winkelmayer1919 an das Bauhaus in Weimar kommt, trifft er Itten nicht nur im Vorkurs wieder, sondern schließlich auch in der Metallwerkstatt. Im Frühjahr arbeitet er in einer Silberschmiedewerkstatt in Neu-Ulm. Nach seiner Gesellenprüfung 1923 verlässt er das Bauhaus und beginnt ein Pädagogikstudium an der Universität Jena. Ab 1926 leitet er die Metallwerkstatt der Staatlichen Hochschule für Handwerk und Baukunst Weimar, die Nachfolgerin des Bauhauses, und entwirft dort u.a. Leuchten mit seinem Assistenten Wilhelm Wagenfeld, der 1928 sein Nachfolger wird. 1929 geht er ins Neue Frankfurt.

