Peter Behrens
Künstler, Produkt- und Möbeldesigner, geb. 1868, gest. 1940
Er gehörte zur »Münchner Sezession«, der ersten deutschen Künstlergruppe, die sich 1892 vom etablierten Kunstbetrieb lossagte. Um 1900 wechselte er zur Angewandten Kunst und wurde als Grenzgänger zwischen Avantgarde und Industrie zu einer Schlüsselfigur bei der Entstehung des modernen Designs. Er entwarf zahlreiche Geschirre, Bestecke, Gläser, Leuchten, Tapeten und Möbel, anfangs unter dem Einfluss des Jugendstils.
1901 war der Autodidakt für das Projekt der Darmstädter Mathildenhöhe engagiert. Sein dort entstandenes Haus, ein Gesamtkunstwerk, zählte zu den gefeierten Arbeiten. Das Konzept der Vereinigung von Kunst und Leben zeigte sich dabei auch in Anspielungen auf Friedrich Nietzsches Zarathustra, der Bibel der »Lebensreformer«. 1903 entwarf er ein Speisezimmer für die Ausstellung der Dresdner und späteren Deutschen Werkstätten, der zentrale des Reformstils "Made in Germany".
Der konservative Reformer zählte zu den ersten, die in den 1907 gegründeten Deutschen Werkbund eintraten. Zeitgleich bekleidete er den neu erfundenen Posten eines »künstlerischen Beirats« beim Berliner Elektrokonzern AEG, den er von Grund auf renovierte. Vom Markenzeichen über die Produkte bis zur Architektur wurde alles neu gestaltet. Dies gilt als das weltweit erste CI-Programm. Seine Teekessel und Leuchten, schön und gleichzeitig nach den Maßgaben der Serienproduktion gestaltet, waren wegweisend.



