Margarete Heymann-Marks
Keramikerin, geb. 1899, gest. 1990
Sie gehört wie Marcel Breuer und Anni Albers zur Generation der um 1900 Geborenen, in deren Jugend die Zeit des Ersten Weltkriegs fällt. Sie kommt, wie nahe zu alle Studierenden am Bauhaus, aus gutbürgerlichem und kunstorientiertem Hause. Die Tochter wohlhabender jüdischer Tuchhändler studiert an der Kunstgewerbeschule Köln und, durchaus ungewöhnlich für eine Frau, an der Kunstakademie Düsseldorf. 1920 beginnt sie ihr drittes Studium am Bauhaus, doch bereits nach dem Vorkurs bei Johannes Itten und einer kurzen Zeit in der Dornburger Keramikwerkstatt scheidet sie schon 1921 wieder aus. 1922 wird sie künstlerische Mitarbeiterin in der Steingutfabrik Velten-Vordamm bei Berlin, in der später auch Hedwig Bollhagen und Werner Burri arbeiten, und heiratet im selben Jahr Gustav Loebenstein, mit dem sie 1923 in Marwitz bei Velten die Haël-Werkstätten für Künstlerische Keramik gründet. Die Firma, die sich auch international einen Namen macht, beschäftigt zeitweilig über 150 Mitarbeiter. Als ihr Mann 1928 bei einem Unfall stirbt, führt sie den Betrieb alleine mit zwei Kindern weiter. 1933 wird das Unternehmen „arisiert“ und sie muss es weit unter Wert verkaufen. Kurz darauf erwirbt es Hedwig Bollhagen. Heymann-Marks emigriert 1936 nach Großbritannien und baut in Stoke-on-Trent erneut eine Keramikwerkstatt auf. Nach Deutschland kehrt sie nie zurück.
Quelle: Bernd Polster und Volker Fischer, Bauhaus Design. Die Produkte der neuen Sachlichkeit, Köln 2009

