Karl Schneider
Architekt und Möbel- und Produktdesigner, geb. 1892, gest. 1945
Obwohl mittlerweile ein Kulturpreis seiner Heimatstadt nach
ihm benannt ist, gehört er doch zu den Vergessenen. Er war
»ein Rebell gegen das ewig Gestrige«, schrieb eine Kunstzeitschrift
1929. Schneider, der vor dem Ersten Weltkrieg im Berliner
Büro von Walter Gropius arbeitete, realisierte zwischen
den Weltkriegen in Hamburg zahllose Bauprojekte im Stil der
»Neuen Sachlichkeit«, von Villen über Fabriken und hochmoderne
Tankstellen bis hin zu Kinos, Kaufhäusern und riesigen
Arbeiterwohnkomplexen, deren Musterwohnungen er selbst
ausstattete. Sein Gebäude des Hamburger Kunstvereins wurde
1931 auf der Ausstellung Modern Architecture im New Yorker
Museum of Modern Art als Musterbeispiel des »International
Style« gezeigt. Die Privatvilla, die er 1928 für den Holzfabrikanten
Bauer an der Oberalster entwarf – ein kubisch verschachtelter
Bau – hatte eine Zeilenküche und flächendeckende Schrankwände.




