Josef Knau
Silberschmied, geb. 1897, gest. 1945
Josef Knau gehört wie z.B. auch Marcel Breuer zur jüngeren, bereits in die Reformzeit hinein geborenen Generation, die zwar zu jung ist, um Soldat zu werden, aber die Zeit von Krieg und Revolution bewusst erlebt. Abgesehen davon ist er einer jener Bauhaus-Schüler, die eher im Hintergrund bleiben und über die trotz sechsjährigen Aufenthalts am Bauhaus wenig bekannt ist. Seine Vorgeschichte bleibt unbekannt. Im Sommersemester 1922 beginnt er sein Studium am Weimarer Bauhaus mit dem Vorkurs bei Georg Muche sowie Unterricht bei Wassily Kandinsky und Paul Klee. Danach ist er in der Metallwerkstatt tätig, zunächst noch unter der Leitung von Johannes Itten, später bei László Moholy-Nagy. Von diesem wird er 1924 als Geselle eingestellt. Er entwirft u.a. eine Teekugel und eine Teemaschine mit Kocher. Dies ist die Zeit, in der Marianne Brandt, Hans Przyrembel, Naum Slutzky, Wolfgang Tümpel sowie WilhelmWagenfeld in einem höchst kreativen Klima den Weg in Richtung Industriedesign beschreiten. 1925 folgt er dem Umzug nach Dessau. Nachdem er 1928 das Bauhaus verlasst hatte, wird er Mitarbeiter in der Werkstatt von Tümpel in Halle an der Saale. 1935 emigriert er zunächst in die Niederlande, dann nach Frankreich, wird dort 1938 verhaftet und ins französische Lager Gurs verschleppt. 1943 wird er ins KZ Neuengamme deportiert. Schließlich kommt er 1945 beim Untergang des KZ-Schiffes Thielbeck auf der Ostsee ums Leben.
Quelle: Bernd Polster und Volker Fischer, Bauhaus Design. Die Produkte der neuen Sachlichkeit, Köln 2009

