Hertel & Klarhoefer
Agentur für Gestaltung, Berlin
Ihre Zusammenarbeit reicht zurück bis ins Kinderzimmer, als sie Behausungen für Schlümpfe aus Lego-Steinen bauten. Die Architekten Peter Christian Hertel und Sebastian Klarhoefer studierten Anfang der 90er Jahre in Berlin. Aber erst gegen Ende des Jahrzehnts, nachdem beide in verschiedenen Architekturbüros Erfahrungen gesammelt hatten, taten sich die Freunde auch beruflich zusammen, und zwar nicht in ihrer ursprünglichen Profession, sondern als Quereinsteiger in Sachen Möbeldesign. 1999 stellten die beiden Kreativen auf der Kölner Möbelmesse erstmals auf einem eigenen Stand ihr patentiertes Regalprinzip vor, das im selben Jahr als webweb von Zeitraum realisiert wurde und mittlerweile in verschiedenen Materialien zu haben ist. Dieses Allzwecksystem, das in der Küche ebenso seine Funktion erfüllt wie im Büro oder im Kinderzimmer, hat auch etwas von der Magie der Lego-Steine. Es lässt sich endlos kombinieren und passt in die inzwischen beeindruckende Reihe aktueller Regalkonstruktionen deutscher Provenienz, von Endless Shelf (Werner Aisslinger) über FNP (Axel Kufus) und Screen (Performa) bis Plattenbau. Seine Kompetenz auf diesem Gebiet bewies das Berliner Duo erneut mit dem ungewöhnlich erfolgreichen System Freddy (2004 für elmarflötotto, 2007 als Freddy Plus) und schließlich mit einem nach dem Erfinder, Baumeister und Künstler Daidalos benannten Regal. Dessen Stahlrohr- rahmen kommt ohne Diagonalen aus (2006 für ClassiCon).
Die griechische Anspielung ist kein Zufall. Ein explizites Ziel von Hertel & Klarhoefer besteht darin, moderne Klassiker und damit dauerhafte Werte zu schaffen. Tatsächlich sind ihre Entwürfe ähnlich kühl und zweckmäßig wie die aus aus ihren Nachnamen kombinierte Firmenbezeichnung. Nun haben die beiden Formerfinder neues Terrain ergründet. Für elmarflötotto entstand der mit glänzendem Resopal beschichtete Tisch Straight sowie das Stapelbett Marcel das in seiner unbedingten Schlichtheit mit Meilensteinen wie Hans Gugelots Minimalbett (heute Habit) und Rolf Heides Stapelliege konkurriert.


