Herbert Bayer

Grafiker, Haag (Österreich) geb. 1900, gest. 1985

 

Er gehört zur jüngeren Generation von Alma Buscher, Wilhelm Wagenfeld u.a. und wie Marcel Breuer zu den Jungmeistern. Er ist einer der herausragenden Grafiker seiner Zeit, schärft das Erscheinungsbild des Bauhauses, ist wegweisend auf dem Gebiet der Corporate Identity undmacht eine Bilderbuchkarriere, zuerst in Deutschland und dann in Amerika. Nach dem Ersten Weltkrieg arbeitet er in Architekturbüros in Linz und Darmstadt. 1921 beginnt sein Studium am Bauhaus. Bayer besucht den Vorkurs bei Johannes Itten und die Werkstatt für Wandmalerei von Wassily Kandinsky. 1925, nach der Hochzeit mit Bauhaus-Studentin Irene Angela Hecht und seiner Gesellenprüfung, leitet der Jungmeister die neue Abteilung „Druck und Reklame“ am Bauhaus Dessau. Hier werden die schuleigenen Druckerzeugnisse und auch der Bauhaus-Schriftzug von ihm entwickelt. Bayer normiert alle Drucksachen nach DIN, setzt die Kleinschreibung durch und gibt dem Bauhaus ein neusachliches Erscheinungsbild, das Schule macht. Wie Walter Gropius geht er 1928
nach Berlin, wo er künstlerischer Leiter derWerbeagentur Dorland wird. Daneben widmet er sich der Malerei und der Fotografie. Er gestaltet große Ausstellungen für das NS-Propagandaministerium und wird leitender Grafiker der Zeitschrift „Vogue“. 1938 emigriert er, wie Ludwig Mies van der Rohe, in die USA. Noch im selben Jahr konzipiert er mit Gropius die Bauhaus-Ausstellung im MoMA in New York. 1946 lässt er sich in Aspen, Colorado, nieder und arbeitet als freischaffender Architekt, Maler, Grafiker und Berater großer Firmen, u.a. für den Ölkonzern Arco, dessen Erscheinungsbild er gestaltet. 1974 zieht er nach Kalifornien.

 

Quelle: Bernd Polster und Volker Fischer, Bauhaus Design. Die Produkte der neuen Sachlichkeit, Köln 2009