Hans Przyrembel
Schlosser, Gold- und Silberschmied, geb. 1900, gest. 1945
Hans Przyrembel gehört zu jener Generation eines Marcel Breuer und Lou Scheper, der der Erste Weltkrieg den Berufseinstieg verpatzt, aber auch ein Moratorium verschafft. Der Anhaltiner gehört zum kreativen Kreis der Metallwerkstatt und macht den Schritt vom Handwerker zum Industriedesigner. Nach einer Schlosslehre in Leipzig und dem Militärdienst in letzter Minute, schlägt sich der 18-jährige nach dem Krieg mit Gelegenheitsarbeiten als Schlosser durch. Er beginnt 1924 sein Studium am Bauhaus Dessau mit dem Vorkurs bei László Moholy-Nagy; er arbeitete er in der Metallwerkstatt, wo er handgefertigte Objekte wie Dosen, Schalen, Kerzenhalter sowie Tee- und Kaffeekannen schuf, eine davon 1928 auch als Gesellenstück. Die entscheidende Veränderung tritt ein, als er gemeinsam mit Marianne Brandt bei der Gestaltungmoderner Lampen mitwirkt. Nach seiner Gesellenprüfung als Silberschmied übernimmt er 1928 zunächst in Halle die Werkstatt von Wolfgang Tümpel, baut aber bereits 1929 eine eigene Werkstatt zur Herstellung von Geräten und Lampen in Leipzig auf, einfache, zum Teil elegante und veränderbare Entwürfe, die er unter der Marke ha-p-er-Leuchten anbietet. Für die Junkers Werke in Dessau entwickelt er die Abdeckung einer Gastherme 1932 legt er seine Meisterprüfung als Gold- und Silberschmied ab; nach sechsjährigem Militärdienst stirbt er 1945 in Kriegsgefangenschaft.
Quelle: Bernd Polster und Volker Fischer, Bauhaus Design. Die Produkte der neuen Sachlichkeit, Köln 2009

