Gioa Meller Marcovicz
Möbeldesignerin, Venedig / Italien
Die Tochter einer Fotografin und eines Artdirectors mit deutsch-ungarischen Wurzeln begann ihre Karriere als Modedesignerin in München, bevor sie sich mit einer eigenen Modefirma in London durchsetzte. Nach Jahren erfolgreicher Tätigkeit kehrte sie diesem unruhigen Metier den Rücken und studierte Möbeldesign. Dass ihr der Modemacher Issey Miyake bei der Präsentation ihrer Abschlussarbeiten am Londoner Royal College of Art spontan ein Sofa abkaufte, brachte unerwartete Publicity. Seit Anfang der 90er Jahre arbeitete sie als freie Designerin für namhafte Möbelhersteller. Vielleicht auch angesichts ihrer beruflichen Ursprünge überrascht manchen, welches Augenmerk sie auf die ausgefeilte Technik ihrer Möbel legt. Sie sind keineswegs nur dekorative Einrichtungsgegenstände, sondern überzeugen insbesondere durch ihre Vielseitigkeit. Dies gilt sowohl für die Komplettgartenkollektion Dia (für ClassiCon) als auch für das Sofabett Plug in (für Wittmann) mit seinem Stahlrohrrahmen und der integrierten Stehleuchte. Immer wieder gelingt es ihr, zeitloses Ebenmaß mit raffinierten
Details zu kombinieren. Schließlich gründete sie die Firma Gioia. Unter dieser Marke vertreibt die mittlerweile in Venedig lebende Europäerin Leuchten und Möbel wie den Glasklappisch Tio. Auch bei der kleinen Leuchtenkollektion bilden Veränderbarkeit, Eleganz und Zitate aus der Geschichte des Wohndesigns eine ganz eigene Mischung. Das Modell Primo, das es in einer Steh-, Tisch und Wandversion gibt, hat einen langen variablen
Hals, einen Tütenschirm aus Kunststoff und Vorfahren in den 50er Jahren. Die Pendelleuchte Bee, eine Verbeugung vor dem Dänen Poul Henningsen, bestehend aus fünf ringförmigen Schirmen, die fixiert werden können, wirft direktes und indirektes Licht. Fast schon als Klassiker gilt ihr mit Flügeln versehenes Sofa Sigmund, ein Ruheplatz für moderne Seelen, das sich im Nu in eine Liegefläche oder eine Chaiselongue verwandeln lässt.


