Adolf Meyer
Architekt, geb. 1881, gest. 1929
Adolf Meyer ist zu seiner Zeit ein führender Kopf der modernen Bewegung, sowohl als Architekt wie auch als Gestalter von Gebrauchsgegenständen. Geborenin den frühen achtziger Jahren des vorletzten Jahrhunderts gehört er zur Direktorengeneration. Allerdings wurde er nicht Direktor, sondern stand lange im Schatten seines Partners Walter Gropius. Streng katholisch erzogen, beginnt sein Berufsweg mit einer Ausbildung zum Kunstschreiner, da das Geld für ein Studium nicht reicht. Nebenbei lernt er technisches Zeichnen. 1901 geht er für zwei Jahre freiwillig zum Militär. Danach besucht er die Kunstgewerbeschulen in Köln und Düsseldorf. Hier trifft er J.L.M. Lauweriks und Peter Behrens, die ihn maßgeblich prägen sollten. Ab 1907 wirkt er im Atelier von Peter Behrens in Berlin,wo er Gropius kennen lernt. 1909 arbeitet er für Bruno Paul und wird danach Assistent von Gropius,mit dem er 1911 das Fagus-Werk und 1914 die Musterfabrik auf der Kölner Werkbundausstellung realisiert. Dieser nimmt ihn 1919 auch mit ans Bauhaus in Weimar. Während dieser Zusammenarbeit ist er entscheidend an wichtigen Entwürfen beteiligt und bemüht sich um gleichberechtigte Nennung, was ihm Gropius nie wirklich zugesteht. So hat auch er Anteil am Entwurf der berühmten Bauhaus-Klinke. Im Musterhaus Am Horn stammt eine quadratische Deckenlampe von ihm. Nach der Trennung von Gropius wird er im Neuen Frankfurt Leiter der Bauberatung und Lehrer an der Städelschule. Dort entwirft er eine Reihe moderner und erfolgreicher Lampen, nicht zuletzt in Zusammenarbeit mit Christian Dell, einem anderen Ex-Bauhäusler. Seine Spiegellichtlampen werden von den Goerz-Werken produziert, einer Zeiss-Ikon-Tochter,mit der er schon zu Bauhaus-Zeiten in Kontakt stand. Bei einem Badeunfall kommt er tragisch ums Leben.
Quelle: Bernd Polster und Volker Fischer, Bauhaus Design. Die Produkte der neuen Sachlichkeit, Köln 2009

