Plywood: Material, Process, Form im Museum of Modern Art, New York bis 27.2.2012,
"Sperrholz", erklärte die Zeitschrift Popular Science im Jahr 1948, "ist ein geschichteter Block aus Holz und Klebstoff." Das klingt profan. In der Designgeschichte ist dieser Baustoff, der auch Form- oder Schichtholz (englisch plywood) genannt wird und wohl mancheinen an Zigarrenkisten erinnert, aber auch ein Medium, mit dem Formvisionen verwirklicht wurden. Gestalter wie Alvar Aalto, Charles Eames, Egon Eiermann, Arne Jacobsen und zahllose andere haben damit Alltagsgegenstände und insbesondere Sitzmöbeln mehr und Flexibilität verliehen. Zugleich konnte damit in die industrielle Fertigung eingestiegen werden. Das war der eigentliche Beginn der Möbelmassenproduktion. So werden die Sitzschalen von Jacobsens berühmten 50er-Jahre-Sstühlen bis heute im Sekundentakt wie ein Autokotflügel gestanzt.
Die Ausstellung zeigt prominente und unbekannte Beispiele aus der umfangreichen Sammlung des Hauses, an denen erkennbar wird, wie die Vorteile des Materials realisiert werden können. Die Beispiele stammen aus den 30er-, 40er- und 50er-Jahren. Dokumentarische Fotos zeigen den Herstellungsprozess und die Anwendung des Materials in der Flugzeugindustrie. Zu den Glanzlichtern der Schau gehören die Teller und Blattobjekte von Tapio Wirkkala, die in ihrer Entstehungszeit Anfang der 50er Jahre wahre Begeisterungsstürme auslösten und als Ikonen des "skandinavischen Designs" populär wurden. Ebenso lohnt es sich Arbeiten vin Sori Yanagi Marcel Breuer, dem Meister des Stahlrohrs, der in späteren Jahren auf Sperrholz umstieg.


