Aller Gattungen Möbel - Entwurfszeichnungen der Danhauserschen MöbelfabrikK im Museum für Angewandte Kunst in Wien 21.3. bis 15.7.2012

 

Joseph Ulrich Danhauserlebte gründete 1804 dienach ihm benannte Möbelfabrik. Der gesamte Entwurfsnachlass seiner Manufaktur, insgesamt etwa 2.000 fein gezeichnete Blätter - der sich im Besitz der MAK-Kunstblättersammlung befindet - wurde im Rahmen einer Diplomarbeit erstmals dokumentiert. Die Ausstellung bietet einen Überblick über die Produktion, die Firmengeschichte und die Zeit - das Biedermeier, als Wien zum Zentrum des ersten bürgerlichen Stils im deutschsprachigen Raum wurde - und nebenbei der Minimalismus erfunden wurde. Gezeigt werden die schlichten, auf einfache Formen reduzierten Entwürfe für Sessel, Tische, Schränke, Billardtische sowie Inneneinrichtungen. Die Präsentation des Bestands soll auch Anreize für die weitere Forschung geben und die seit vielen Jahren geplantes Ausstellungsprpjekt, bei der ausgeführte Möbel und Zeichnungsentwürfe einander gegenübergestellt werden, vorbereiten.

 

Der Firmengründer Danhauser war Bildhauer, absolvierte eine Ausbildung an der Akademie der Bildenden Künste. Der gebürtige Wiener, der dort auch 1829 49-jährig starb (somit ein Zeitgenosse von Michael Thonet), wurde während jener Zeit, die Ende des Jahrunderts verächtlich "Biedermeier" genannt wurde, einer der wichtigsten Möbelfabrikant. Sein Fabrik,das „Etablissement für alle Gegenstände des Ameublements“, stand nahe der Stadt auf der Wieden. Dort waren um 1808 bereits über 100 Personen tätig. Es wurden nicht nur Möbel und Polsterwaren hergestellt, sondern auch Vorhänge,Teppiche, schließlich Bronze- und Glaswaren sowie Lampen, Pfeifen-, Gewehr- und Billardqueuegestelle, Stickrahmen, Ofenschirme, aber auch Kanzeln und Altäre nach eigenen Entwürfen gefertigt.. Als Produktionsstätte diente das Palais Czernin in der Favoritenstraße (dessen Garten zum Großteil als Baugrund verkauft wurde).

Großen Erfolg hatte die von Danhauser entwickelte Paste, mit der er Bronze als Verzierung von Möbeln und anderen Einrichtungsgegenständen imitieren konnte. Die Hofkammer erteilte ihm dafür 1812 ein Patent. Wegen der großen Nachfrage nach seinen Erzeugnissen, die Gesamtlösungen für Einrichtungen boten, wurden in Graz und Budapest Niederlassungen eingerichtet. Auch Kataloge gab es schon. Prominente, mit Danhauser'schen Produkten ausgestattete Adressen waren das Palais Erzherzog Albrecht (die heutige Albertina), die Weilburg in Baden und Teile der Grazer Burg. Nach dem Tod des Gründersr wurde die Fabrik noch ein Jahrzehnt von seinem Sohn Josef Ulrich weitergeführt, einem Maler und Grafiker.