London: Decken 1700 - 2010

20.03.2010 bis 04.07.2010 im Victoria & Albert Museum, London

 

Das V&A zeigt die erste Ausstellung britischer Decken. Zu sehen sind Exemplare von 1700 bis in die Gegenwart - eine einzigartige Möglichkeit, die ungesehene Sammlung des V&A und entscheidende nationale Leihgaben zu betrachten.

 

Die Ausstellung zeigt 65 wunderschöne handgefertigte Decken, hauptsächlich aus der Sammlung des V&A, aber auch einige wichtige Leihgaben und neue Arbeiten zeitgenössischer Künstler, von denen viele eigens für die Ausstellung beauftragt wurden.

Die frühesten Beispiele beinhalten eine kostbare Überdecke aus Samt und Seide, die die mündliche Überlieferung mit einem Besuch König Charles II in einem Gutshaus in Exeter im späten 17. Jahrhundert in Verbindung bringt. Moderne Beispiele beinhalten Werke führender Künstler wie Grason Perry und Tracey Emin und Aufträge für die Ausstellung, die von einigen zeitgenössischen Künstlern wie Sue Stockwell und Caren Garfen gefertigt wurden.

Die Kuratoren haben einige der Personalerzählungen und historischen Ereignisse, die auf den Decken dargestellt werden, enträtselt. Beispiele namentlich bekannter und unbekannter Hersteller werden im Zusammenhang mit Objekten, die zu ihrem Hauptthema gehören, ausgestellt, und Hersteller zusammen mit Bildern und Drucken, ebenso Handarbeitswerkzeuge und persönliche Andenken. Ein Beispiel ist eine in Deal Castle hergestellte Kinderbettdecke, die zum ersten Mal neben dem Tagebuch des Herstellers und Portraits der beiden Enkel, die unter ihr schliefen, ausgestellt wird.

Daneben werden Bettdecken ausgestellt, die an das Leben prominenter Personen wie Admiral Lord Nelson, Charles II und den Duke of Wellington, oder an wichtige Ereignisse wie die Krönung Königin Victorias oder die Schlacht des Duke of Wellington bei Vittoria erinnern. Die Ausstellung schließt mit Tracey Emins To Meet My Past (2002), einem Werk, das der Tradition folgt, Decken als Gefäße für persönliche und kollektive Erinnerungen zu nutzen.

Die Ausstellung ist chronologisch und thematisch sortiert. Die zeitgenössischen Werke sind von folgenden Themen durchwebt: 'Die heimische Landschaft', 'Private Gedanken, öffentliche Debatten', 'Britische Exzentrizität', 'Das Leben leben' und 'Andenken und Denkmal'. Zusammen dokumentieren die Decken Liebe, Heirat, Geburten, Todesfälle, Perioden intensiver patriotischer Leidenschaft, regionale und nationale Identität und Entwicklungen in Geschmack und Mode. Zeitgenössische Stücke werden auf organische Weise in die fünf Themen eingebettet als herausfordernde Verbindungen zwischen historischen Beispielen und den Werken heute wirkender Künstler.

Neben den Decken der Sammlung des V&A werden auch Leihgaben regionaler Museen zu sehen sein, zum Beispiel des Geffrye Museums, des Imperial War Museums, des Upton House, des Rougemont House, des Forge Mill Needle Museums, des Glasgow Museums, des St Fagan's: National History Museums, des Beamish Museums, des Ulster Folk & Transport Museums. Außerdem werden verschiedene Leihgaben privater Sammlungen gezeigt.

Die Rajah-Decke, die 1841 von weiblichen Strafgefangenen an Bord der HMS Rajah gefertigt wurde, als sie nach Van-Diemens-Land (das heutige Tansania) gebracht wurden, wird erstmals von der National Gallery of Australia ausgeliehen. Die Frauen benutzten Nähmaterial, das von Elizabeth Frys Initiative zur Sozialreform gespendet wurde, um die Decke zu fertigen, die die einzige Transport-Decke in einer nationalen Sammlung ist, und noch nie außerhalb Australiens gezeigt wurde. Die Ausstellung feiert das erstaunliche Vorstellungsvermögen, das Design und Machart jeder Decke beinhalten. Die Ausstellung wird eine zeitgenössische und innovative Haltung bezüglich des Designs annehmen. Viele der Decken werden an der Wand aufgehängt sein, aber in einigen Fällen werden bettgroße Fundamente genutzt, um die komplexen und hochkreativen Designs zu präsentieren und es den Besuchern zu ermöglichen, diese Objekte wahrzunehmen, als seien sie dazu bestimmt, gesehen zu werden.